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Starke Verbreitung in Italien : Corona und die Theorie von „Spiel null“

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Trug das Spiel Bergamo gegen Valencia in Mailand am 19. Februar zur Ausbreitung des Coronavirus bei? Bild: Picture-Alliance

Die norditalienische Stadt Bergamo und die umliegenden Regionen sind besonders stark vom Coronavirus betroffen. Warum gibt es dort so viele Infizierte und Tote? Experten haben einen Verdacht.

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          Nach Ansicht italienischer Gesundheitsexperten könnte das Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League zwischen Atalanta Bergamo und dem FC Valencia (4:1) ein Grund sein, weshalb die Stadt Bergamo und deren Umgebung besonders stark vom Coronavirus betroffen sind. Die Partie war am 19. Februar vor 44.236 Zuschauern im Mailänder San-Siro-Stadion ausgetragen worden, die Rede ist in Italien nun vom „Spiel null“.

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          „Wegen des Champions-League-Spiels sind 44.000 Atalanta-Tifosi zum San-Siro-Stadion nach Mailand gereist. Sie waren in Bussen, Zügen oder auf Autobahn-Raststätten und Restaurants in engem Kontakt. Die Epidemie ist in Bergamo genau zwei Wochen nach diesem Spiel explodiert“, sagte Francesco Le Foche, Leiter der Abteilung für Infektiologie der römischen Poliklinik „Umberto I“. Zuvor soll die hohe Anzahl internationaler Unternehmen in der Gegend um Bergamo die Ausbreitung des Virus gefördert haben.

          84 Prozent der 5476 in Italien bis Montag registrierten Todesopfer wurden in den drei norditalienischen Regionen Lombardei, Emilia Romagna und Piemont gemeldet. In der Lombardei, zu der die 120.000-Einwohner-Stadt Bergamo gehört, gab es bereits 3456 Tote durch das Virus.

          Auch der Krisenstab des nationalen Zivilschutzes geht der Theorie nach, dass die Partie zwischen Valencia und Bergamo um den deutschen Profi Robin Gosens zur exponentiellen Verbreitung des Virus beigetragen haben könnte. „Das ist eine Möglichkeit, die wir prüfen. Es ist jedoch schwierig, dieser Theorie nachzugehen“, sagte Silvio Brusaferro, Präsident von Italiens oberstem Gesundheitsinstitut ISS.

          Das Rückspiel am 10. März in Valencia (3:4) hatte bereits ohne Zuschauer und Journalisten stattgefunden, ein spanischer Journalist hatte sich in Italien zuvor mit dem Coronavirus angesteckt. Sechs Tage nach dem Rückspiel hatte Valencia mitgeteilt, dass 35 Prozent der Personen aus dem direkten Umfeld der Profimannschaft positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden seien.

          Bergamos Fußball-Profi Gosens zeichnete ein dramatisches Bild der Lage im Norden Italiens. „Das ist an Traurigkeit aktuell nicht zu überbieten, was bei uns passiert, leider Gottes“, sagte der deutsche Mittelfeldspieler im ZDF-„Sportstudio“. „Ein erschütternderes Beispiel gibt es aktuell nicht, und ich glaube, dass Einzige, was wir tun können, ist appellieren, appellieren daran, dass jeder Einzelne einfach zu Hause bleiben sollte“, betonte der 25-Jährige.

          „Ich hoffe und bete, dass wir ein schreckliches Vorbild für andere Länder sein dürfen. Ich glaube, dass es eine Warnung sein sollte, sich in anderen Ländern so gut wie möglich auf so einen Zustand vorzubereiten“, sagte Gosens, der bis zum Abbruch der Spielzeit in Italien mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte. Er selbst befinde sich derzeit weiter in häuslicher Quarantäne.

          „Ich persönlich darf gar nicht rausgehen, seitdem bekannt wurde, dass 35 bis 40 Prozent der Valencia-Spieler infiziert sind“, berichtete Gosens. „Das bedeutet, ich darf das Haus gar nicht verlassen. Ich habe nur meinen Hinterhof, wo ich meine Fitnessübungen mache und ein bisschen laufen gehe. Das ist dann mein Highlight des Tages, wo ich raus darf“, erzählte der per Video in die Sendung zugeschaltete Gosens.

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