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3:0 auf den Färöer : Deutsches Minimalprogramm

Einfach mal ins Blaue hinein: Per Mertesacker trifft zur deutschen Führung Bild: dpa

Das Fußball-Nationalteam von Joachim Löw spult seinen Auftritt auf Färöer lustlos und uninspiriert ab. Der 3:0-Sieg durch Tore von Mertesacker, Özil und Müller reicht nicht, um als Gruppensieger in der WM-Qualifikation festzustehen.

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          Die deutsche Nationalelf muss mindestens noch einen Monat warten, um sich für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien zu qualifizieren. Der 3:0-Sieg durch Tore von Per Mertesacker (22. Minute), Mesut Özil (74., Foulelfmeter) und Thomas Müller (84.) in einer rundweg enttäuschenden Partie auf Färöer reichte den Deutschen nicht, um sich schon zwei Spieltage vor Schluss der Qualifikation in der Gruppe C ihrer Sache ganz sicher sein zu können.

          Michael Horeni

          Korrespondent für Sport in Berlin.

          Verfolger Schweden gelang in Kasachstan ein 1:0-Erfolg, womit sich am Vorsprung von fünf Punkten der Deutschen nichts änderte. Am 11. Oktober in Köln gegen Irland wäre dem Team von Joachim Löw bei einem Sieg dann aber die Tabellenführung vor der letzten Partie in Schweden (15. Oktober) endgültig nicht mehr zu nehmen. So gehen die zähen Pflichtübungen auf dem Weg zur Endrunde 2014 erst einmal weiter.

          Auf Färöer war es ein zumeist quälend mühsamer Auftritt, mit dem sich die Deutschen gegen die Nummer 175 der Weltrangliste wieder ein Stückchen weiter in Richtung Weltmeisterschaft vorarbeiteten. Von Kombinationsfußball, technischer Klasse und spielfreudiger Überlegenheit war gegen einen der letzten real existierenden Fußballzwerge viel zu oft nichts zu sehen bei einem der großen Titelfavoriten für Brasilien.

          Ohne die erkrankten oder verletzten Mittelfeldgrößen Reus, Götze, Gündogan und Schweinsteiger rumpelte auf dem Kunstrasen von Torshavn das deutsche Offensivspiel meist nur dahin. Der Tabellenletzte von den 18 Inselchen im Nordatlantik mit seinen knapp 50.000 Einwohnern, der in der Qualifikation noch kein einziges Pünktchen ergattern konnte, rannte und kämpfte, was seine Kräfte hergaben, und das war zumindest in der ersten Halbzeit genug, um nur einen Treffer gegen den haushohen Favoriten aus dem Land des Sechs-Millionen-Verbandes zuzulassen.

          Der Größte ist der Torschütze: Per Mertesacker (links) lässt sich beglückwünschen Bilderstrecke

          Es war zudem eine Standardsituation, die Deutschland die verdiente Führung durch Innenverteidiger Mertesacker einbrachte, der einen von Jerome Boateng verlängerten Eckstoß aus wenigen Metern ins Tor bugsierte. Aber auch nach der Führung wurde nichts besser. Mit viel zu wenig Esprit, Tempo und Finesse ging das Team von Joachim Löw zu Werke, mit der Folge, dass kaum eine klar herausgespielte Chance für die Stars aus München Madrid, Dortmund und London herausgekommen wäre.

          Nach dreißig Sekunden waren es zunächst sogar die Färinger gewesen, die mit einem Angriff über die Seite von Lahm die erste Chance zustande brachten, aber Boateng hatte den Schuss von Benjaminsen im Strafraum noch abblocken können. Ansonsten musste Torwart Neuer bis zur Pause noch zweimal eingreifen, aber von einer echten Gefahr ließ sich nicht sprechen.

          Zweimal landet der Ball am Pfosten

          Die Deutschen versuchten immer wieder das Bollwerk aus acht, neun Färingern in und um den Strafraum aufzubrechen, aber das gelang ihnen erstaunlich selten. Zweimal landete der Ball vor der Pause immerhin am Pfosten; zunächst als ein Färinger Verteidiger einen Rückpass von Draxler, der für den erkrankten Reus als einziger neuer Spieler nach dem 3:0 am Freitag gegen Österreich in die Startformation aufgerückt war, an die eigene Torlatte beförderte (5.). Und dann war es Klose, der nach einem Zuspiel Lahms seinen 69. Treffer und damit die alleinige Führung der ewigen deutschen Torjägerliste ganz knapp verfehlte.

          Auch nach dem Wechsel ging es glanzlos und wenig zielstrebig einfach so weiter vor rund 4000 Zuschauern beim Spiel des Jahres auf den Schafsinseln. Özil konnte immer noch nicht seine Kollegen so in Szene setzen, wie man das oft von ihm kennt, aber auch schon gegen Österreich vermisste.

          Färöer wehrt sich, Özil und Müller treffen

          Die Außenpositionen mit Müller und Draxler übten wenig Druck aus, und auch von Kroos und Khedira im Mittelfeld hat man schon größeres Engagement erlebt. So spulte die Mannschaft nur pflichtschuldigst ein ödes Minimalprogramm ab, das nur dem Außenseiter und sein Publikum erfreuen konnte. Nach einer Stunde ging die Welle über die Tribünen und Wiesen in Torshavn. Der Außenseiter, defensiv gut organisiert, ließ bis dahin keine einzige deutsche Chance in der zweiten Halbzeit zu.

          Nach 65 Minuten versuchte sich Färöer gelegentlich in der Offensive, was den Deutschen etwas mehr Raum verschaffte. Nach einem Konter kam Müller im Laufduell mit Verteidiger Atli Gregersen zu Fall, und weil eine leichte Berührung im Spiel war, gab es Elfmeter und Rote Karte als doppelte Strafe. Özil nutzte die Chance zum 2:0. Aber auch in Unterzahl wehrte sich Färöer weiter tapfer und musste mit neun Feldspielern nur noch einen weiteren Treffer durch Müller hinnehmen.

          Färöer - Deutschland 0:3 (0:1)

          Färöer: Nielsen (FC Motherwell/26 Jahre/18 Länderspiele) - Troest Davidsen (HB Tórshavn/25/28), Gregersen (Víkingur Gøta/31/23), Baldvinsson (Bryne FK/23/15), Davidsen (Velje BK/22/5) - Udsen (FC Helsingør/30/10 - 68. Mouritsen/HB Tórshavn/24/14), Benjaminsen (HB Tórshavn/35/77), Súni Olsen (B36 Tórshavn/32/52), Justinussen (NSÍ Runavík/24/15) - Holst (Silkeborg IF/31/39 - 76. Hansson/Aalborg BK/21/9), Edmundsson (Viking Stavanger/22/24 - 68. Klettskar(isl. eth)/KÍ Klaksvík/23/4)
          Deutschland: Neuer (Bayern München/27/41) - Lahm (Bayern München/29/101), Mertesacker (FC Arsenal/28/93), Boateng (Bayern München/25/32), Schmelzer (Borussia Dortmund/25/14) - Khedira (Real Madrid/26/42), Kroos (Bayern München/23/37) - Thomas Müller (Bayern München/23/44 - 84. Sam/Bayer Leverkusen/25/3), Özil (FC Arsenal/24/49), Draxler (FC Schalke 04/19/8 - 75. Schürrle/FC Chelsea/22/26) - Klose (Lazio Rom/35/130 - 79. Kruse/Bor. Mönchengladbach/25/3)
          Schiedsrichter: Mazeika (Litauen)
          Zuschauer: 4818
          Tore: 0:1 Mertesacker (22.), 0:2 Özil (74./Foulelfmeter), 0:3 Thomas Müller (84.)
          Gelbe Karten: Justinussen / -
          Rote Karten: Gregersen (73./Notbremse) / -

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