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Frauenfußball-WM : Frankreich müht sich, Kamerun ärgert sich

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Sorgte für die Erlösung bei den Französinnen: Amandine Henry (r.) schoss das 2:1 in der Verlängerung. Bild: AFP

Die Gastgeber und Top-Favoritinnen sind weiter. Gegen die Altstars aus Brasilien muss Frankreich aber über die Verlängerung gehen. Im anderen Achtelfinale gewinnt England gegen Kamerun – und wieder ist der Videobeweis ein Faktor.

          Spielführerin Amandine Henry hat Frankreichs Fußball-Frauen ins Viertelfinale der Heim-Weltmeisterschaft geschossen. Die 29-jährige bescherte der Mannschaft von Trainerin Corinne Diacre mit ihrem Treffer in der 107. Minute am Sonntagabend in Le Havre erst in der Verlängerung den knappen 2:1 (1:1, 0:0)-Sieg gegen Brasilien.

          Vor rund 25.000 Zuschauern gingen die Französinnen im Achtelfinale gegen Marta und Co. durch Valerie Gauvin in der 52. Minute in Führung. Brasilien mit seiner alternden Star-Generation um 33-jährige Marta, Cristiane (34) und Formiga (41) wurde danach stärker. Erst bewahrte Frankreichs Torhüterin Sarah Bouhaddi ihr Team mit einer Glanzparade vor dem Ausgleich, ehe Thaisa (63.) doch noch das 1:1 erzielte. Henry sorgte dann für grenzenlosen Jubel im Stade Oceane. Wieder einmal hatte der Videobeweis zuvor für Diskussionen gesorgt. Der vermeintliche Führungstreffer Gauvins (23. Minute) wurde nach fünfminütiger Diskussion zurückgenommen, weil sie Torfrau Barbara beim Abschluss behindert haben soll.

          Frauenfussball-WM 2019

          In der Runde der letzten Acht trifft Frankreich am Freitag (21 Uhr, live auf DAZN) auf den Sieger des Duells zwischen Titelverteidiger Amerika und Spanien (Montag, 18 Uhr, live in der ARD). Auf England wartet am Donnerstag (21 Uhr, ebenfalls auf DAZN) der frühere Weltmeister Norwegen, der am Samstag gegen Australien im Elfmeterschießen (4:1) gewonnen hatte.

          Auch Englands Fußballerinnen haben das Viertelfinale erreicht. Der WM-Dritte von 2015 setzte sich in einer kuriosen Partie 3:0 (2:0) gegen Kamerun durch und kämpft am Donnerstag (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Frauenfußball-WM) in Le Havre gegen Norwegen, das gegen Australien im Elfmeterschießen (4:1) gewonnen hatte, um den Einzug ins Halbfinale.

          Kapitänin Steph Houghton (15.) brachte den Titelanwärter in Valenciennes nach einem indirekten Freistoß am Fünfmeterraum früh auf Kurs – zuvor hatte Kameruns Torhüterin Anette Ngo Ndom einen Rückpass aufgenommen. Mit ihrem vierten Turniertreffer baute Ellen White (45.+4) die Führung aus, Alex Greenwood sorgte für die Entscheidung (58.) für die Mannschaft von Trainer Phil Neville.

          Die Spielerinnen aus Kamerun waren ganz und gar nicht einverstanden mit den Entscheidungen der Schiedsrichterin.

          Kurz vor der Halbzeitpause stand die Partie vor einem möglichen Abbruch, als sich die Kamerunerinnen aus Protest gegen die Tor-Entscheidung des Video-Schiedsrichters Bastian Dankert am Mittelkreis versammelten und es aussah, als wollten sie nicht mehr weiterspielen. Der deutsche Fifa-Referee hatte die Abseitsentscheidung der unsicheren Schiedsrichterin Liang Qin aus China zurecht revidiert. Erst nach einer mehrere Minuten dauernden Unterbrechung wurde das Spiel wieder fortgesetzt.

          Damit setzten sich die Diskussionen um den Videobeweis bei der Frauen-WM fort. Erst nach einigen Debatten wurde das Spiel wieder angepfiffen. Im Kabinengang soll es anschließend zu tumultartigen Szenen und heftigen Vorwürfen der Kamerunerinnen gekommen sein. Die Stimmung kippte weiter, als der Anschlusstreffer durch Ajara Nchout (48.) nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen wurde – die vermeintliche Torschützin brach daraufhin in Tränen aus.

          Wieder folgten von den Afrikanerinnen heftige Proteste. Spielführerin Gabrielle Aboudi Onguene musste ihre Kolleginnen abermals überzeugen, weiterzuspielen. Der ehemalige kamerunische Weltstar Samuel Eto'o verfolgte als Tribünengast ungläubig das Geschehen. Einen möglichen Foulelfmeter für England gab Liang Qin (78.) nach Videostudium schließlich nicht. Alexandra Takounda wurde in der achten Minute der Nachspielzeit nach einem rüden Foul an Houghton mit einer Gelben Karten bestraft, auch diese Szene schaute sich Qin wgen eines möglichen Platzverweises in der Review Area nochmals an.

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