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IT mal anders : Mit Pizza eine Internetseite testen

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Webweek 2019: Überzeugte die Tester mit leckerer Pizza und zahlreichen Innovationen (Symbolbild). Bild: Julia Zimmermann

Die Webweek 2019 findet in elf Städten mit 58 Veranstaltungen statt und ist dabei alles andere als nur Technik. Bei der Messe in Frankfurt konnten Start-ups ihre Prototypen von Besuchern testen lassen und lockten diese mit unkonventionellen Mitteln.

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          Kathrin Kremser ist nicht die Art Unternehmerin, die man bei einem Abend der Veranstaltungsreihe namens Webweek 2019 erwarten würde. Denn Kremser beschäftigt sich gar nicht mit Daten oder Digitalisierung, sondern sie stellt Produkte aus Filz her, Brillenetuis, Schmucktäschchen, Stiftmappen. Kremser sitzt in einem Coworkingbüro und hat vor sich einen Laptop aufgeklappt, der ihre Webseite anzeigt. Eine junge Frau kommt zu ihr an den Tisch, auf deren Namensschild Manuela steht. Die Dreiundzwanzigjährige soll die Website von Kremsers „Mathilda K.“- Manufaktur in Darmstadt testen. Manuela klickt und scrollt ein paar Minuten herum, dann folgt ihr Fazit: „Das Design wirkt edel, aber ich finde die Beschreibung der Produkte zu lang.“

          Das „Testessen“, bei dem zwölf Firmen ihre Webseiten oder Produktideen von Freiwilligen ausprobieren lassen, die dafür Pizza und kühle Getränke bekommen, ist eine von 58 Veranstaltungen der Webweek 2019, die gerade in elf Städten des Rhein-Main-Gebietes stattfindet. Im Programm finden sich Vorträge zu Themen der Digitalisierung, Roboterbau-Workshops, Hacker-Seminare oder solche zur App-Entwicklungssoftware Flutter. Aber auch zum Beispiel ein Bürgergespräch zu den Gefahren Künstlicher Intelligenz, oder Polizisten geben Einblick in ihre tägliche Arbeit auf Instagram, Facebook und Twitter.

          Testessen für Nutzerfreundlichkeit

          Einerseits gehe es bei der Webweek darum, neue Impulse und Kontakte für Menschen in der IT-Branche zu schaffen, erklärt der Veranstalter Roman Keßler. Andererseits versuche er, das Programm so breit wie möglich aufzustellen. Vorbild sei die „Bits and Pretzels“ in München, die alljährlich 5000 Besucher anlockt, München als Gründerstandort bekannt machen soll und in diesem Jahr von Barack Obama eröffnet wurde. Finanziert wird die deutlich kleinere Frankfurter Webweek durch Sponsoren.

          Mit dem „Usability Testessen“ zum Beispiel wolle man vor allem Gründern die Möglichkeit geben, ihr Produkt auf Nutzerfreundlichkeit zu testen, erklärt einer der Organisatoren. Das Motto des Events: „Wenn es ein Problem gibt, mach eine Party daraus.“

          In den Räumen des Coworkinganbieters „SleevesUp!“ an der Mainzer Landstraße will aber auch der Eschborner Energiedienstleister Techem eine neue Website testen lassen, mit der in Zukunft Termine zum Zählerablesen gebucht werden können. Christine Müller probiert die Seite zwölf Minuten lang aus. Auf dem Testhandy will sie intuitiv nach rechts wischen, doch das geht nicht. Das werde später eingebaut, verspricht ihr ein Techem-Mitarbeiter. Müller selbst arbeitet in einem Unverpackt-Laden in Bockenheim. Warum sie heute Testerin ist? Wegen der Pizza Margherita, sagt sie.

          Prototypen gegen Hitzewallungen

          Ein Büro weiter haben Amelie Hellmann und André Schuhl vom Start-up Andelie ihren Stand aufgebaut. Vor ihnen liegt ein kleines Gerät, das mit einem Kabel an zwei Klammern angeschlossen ist. Diese klemmt sich eine Testerin an ihre Ohrläppchen. Aus den Klammern soll Schmuck werden, der die Ohrläppchen kühlt. Viele Frauen in den Wechseljahren litten unter Hitzewallungen, erzählt Hellmann, das Kühlen helfe dagegen. Auf die Idee kam die Dreiundzwanzigjährige durch ihre Tante.

          Noch sehen die Ohrclips aber nicht aus wie Schmuck. Wie die aussehen, kann Hellmann nur auf einem Tablet zeigen. Der Abend sei aber eine gute Möglichkeit, Kritik und Verbesserungsvorschläge für das Produkt zu bekommen, sagt Hellmann.

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