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Attentat von Hanau : Eine Polizistin für drei Telefone

  • -Aktualisiert am

Im Einsatz: ein SEK-Beamter an einem der Tatorte in Hanau Bild: dpa

Noch immer ist ungeklärt, warum der Notruf in der Nacht des Attentats von Hanau schlecht erreichbar war: Im Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtags haben nun die Polizisten das Wort, die in der Tatnacht im Einsatz waren.

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          Das Urteil der Polizistin ist eindeutig: „Wir haben das Menschenmögliche, wozu wir in der Lage waren, getan, um diese Situation zu meistern.“ Das hat am Montag die Beamtin vor dem Hanau-Untersuchungsausschuss im Hessischen Landtags gesagt, die in der Nacht des rassistisch motivierten Anschlags als Wachhabende in der Dienststelle der Hanauer Polizei eingesetzt war und den ersten Notruf entgegengenommen hat. Die Polizeioberkommissarin war allein, musste zwei Notrufnummern sowie ein weiteres Telefon bedienen und war auch für Menschen zuständig, die auf die Wache kamen, um eine Anzeige zu erstatten.

          In der Hanauer Polizeistation gab es kein Überlaufsystem für Notrufe, sodass einige Anrufer nicht durchkamen, weil es zu viele eingehende Notrufe gab. Das Notrufsystem war somit nur unzuverlässig erreichbar. Die Polizeioberkommissarin wusste zu diesem Zeitpunkt nach eigener Aussage nicht, dass es in Hanau kein Notrufüberlaufsystem gab. Aber sie äußerte auf Nachfrage die Einschätzung, dass es nichts am Einsatzgeschehen geändert hätte, wenn mehr Notrufe entgegengenommen hätten werden können. „Ich wüsste nicht, was wir hätten besser machen können“, sagte die Polizistin.

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