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Verfallende Denkmäler : Die vergessenen Krieger

  • -Aktualisiert am

Nach Kriegsende 1945: der leere Sockel auf dem Peterskirchhhof Bild: Fred Kochmann

Bis in alle Ewigkeit sollten die Denkmäler an den Sieg über Frankreich erinnern. 150 Jahre später sind die meisten verschwunden oder dem Verfall preisgegeben.

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          Niemand erinnert sich mehr an die Helden des Vaterlandes. Dabei hatte der Bornheimer Kriegerverein im Jahr 1874, drei Jahre nach dem Deutsch-Französischen Krieg, auf dem Germaniaplatz eigens ein Denkmal errichten lassen, auf dass die drei damals gefallenen Soldaten aus dem zu jener Zeit noch selbständigen Bornheim für immer der Bevölkerung im Gedächtnis blieben. Fragt man die Mütter, die auf den Bänken vor dem Obelisken sitzen und auf ihre spielenden Kinder aufpassen, an was das Denkmal hinter ihnen erinnere, blickt man indes nur in ratlose Gesichter.

          Gäbe es nicht Bernhard Ochs, den früheren Stadtverordneten und Bornheimer Lokalpatrioten, wüsste man auch die Namen der drei getöteten Soldaten nicht mehr. Ochs hat sie, als sie vor zwei Jahrzehnten noch auf dem Obelisken zu entziffern waren, notiert und in seinem Archiv verwahrt. Vielleicht werden sie ja wieder in den Sandstein eingraviert oder auf einer Gedenkplakette verewigt, wenn einmal das Denkmalamt einem Stadtverordnetenbeschluss von 2005 folgt, dem zufolge das bröckelnde Kriegerdenkmal zu restaurieren und sein Standort würdig zu gestalten sei. Das Jubiläum des 150 Jahre zurückliegenden Deutsch-Französischen Krieges und des 1871 in Frankfurt geschlossenen Friedensvertrags wären dafür ein guter Anlass.

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