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Zehntausende Pendler betroffen : Busfahrer streiken in vielen hessischen Städten

  • -Aktualisiert am

Warnstreik: Busfahrer in Hessen und Rheinland-Pfalz protestieren für mehr Lohn. Bild: dpa

Viele Hessen werden am Freitag vergeblich auf den Bus warten – die Gewerkschaft Verdi hat in vielen Regionen zum Arbeitskampf aufgerufen. Mancherorts dürfte kaum ein Stadtbus fahren.

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          In zahlreichen hessischen Städten müssen sich Fahrgäste von Bussen am Freitag, dem 27.9. auf Ausfälle und Verspätungen einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Fahrer privater Busunternehmen zum Warnstreik aufgerufen. Hintergrund dafür ist der Abbruch der laufenden Tarifverhandlungen.

          Betroffen von dem Warnstreik sind unter anderem Frankfurt, Darmstadt Offenbach, Gießen, Hanau, Langen, Bad Vilbel, Hofheim sowie Teile Nordhessens, wie Verdi-Sprecherin Ute Fritzel am Donnerstag sagte. Der Ausstand soll am Freitagmorgen gegen 2.40 Uhr mit Beginn der Frühschicht starten und den ganzen Tag andauern. Der Landesverband Hessischer Omnibusunternehmer kritisierte den Warnstreik als nicht nachvollziehbar.

          In Hessens größer Stadt Frankfurt sollen S- und U-Bahnen, Regionalzüge sowie Straßenbahnen planmäßig fahren, wie die Verkehrsgesellschaft Traffiq mitteilte. „Erfahrungsgemäß verkehren einige wenige Buslinien trotz des Warnstreiks, zuverlässige Aussagen können dazu im Vorfeld aber nicht getroffen werden“, hieß es.

          Vorrangig Buslinien betroffen

          Die Darmstädter Verkehrsgesellschaft Heag mobilo kündigte am Donnerstag an, dass am Freitag im Stadtgebiet keine Stadtbusse fahren werden. Auch seien einzelne Buslinien in den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Bergstraße betroffen. Die Offenbacher Stadtwerke rechneten ebenfalls damit, dass es im Liniennetz zu Komplettausfällen kommen könne.

          In Fulda und Umgebung sollten sich die Fahrgäste ebenso auf spürbare Einschränkungen im Busverkehr einstellen - auch wenn der genaue Umfang noch nicht absehbar sei, hieß es von der RhönEnergie Fulda GmbH, deren Verkehrsbetriebe in der Region den öffentlichen Personennahverkehr betreiben. Ähnlich äußerte sich die Kreisverkehrsgesellschaft Main-Kinzig. Zu Komplettausfällen könne es auf den Linien MKK-61 bis 65 sowie 69, 71 bis 76 und 80 bis 83 kommen. Auch die Stadtverkehr Maintal GmbH werde vom Warnstreik betroffen sein. So dürften die Linien MKK 22 bis 24 stehen bleiben.

          Der Tarifkonflikt der privaten Busunternehmen in Hessen betrifft rund 4400 Busfahrer. Verdi habe die dritte Verhandlungsrunde abgebrochen, erklärte Fritzel. Das aktuelle Grundgehalt der Fahrer liege bei einem Stundenlohn von 13,50 Euro, die Gewerkschaft fordert eine Anhebung auf 16,60 Euro sowie mehr Urlaubstage. „Jetzt wird gestreikt, danach erwarten wir von den Arbeitgebern ein Zeichen. Sie sollen sich zum Angebot äußern“, sagte die Gewerkschaftssprecherin.

          Der Geschäftsführer des Landesverbands Hessischer Omnibusunternehmer, Volker Tuchan, sprach von einem Paket „mit unrealistischen Maximalforderungen, die keine Basis für ernstzunehmende Verhandlungsgespräche sein können“. Würden die Verdi-Forderungen umgesetzt, würden die Lohnkosten in den kommenden beiden Jahren um rund 40 Prozent steigen.

          Alleine im Raum Darmstadt waren nach Angaben des Geschäftsführers der Darmstadt-Dieburg Nahverkehrsorganisation, Matthias Altenhein, 60.000 bis 65.000 Menschen von dem Ausstand betroffen. „Wir haben ein paar Tipps gegeben, wie man sich mit dem, was noch fährt, bewegen kann“, sagte Altenhein. Mehr habe man aber nach dem kurzfristigen Aufruf zum Warnstreik am Donnerstagnachmittag auch nicht tun können.

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