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Öffentlicher Nahverkehr : Auf zwei Kilometern unter der Erde

Simulation: Die neue Bürostadt Gateway Gardens Bild: Grundstücksgesellschaft Gateway Gardens GmbH

Die Arbeiten an der S-Bahn-Strecke nach Gateway Gardens haben begonnen. Im Dezember 2019 soll die Trasse eröffnet werden.

          Die Schneise für die neue S-Bahn nach Gateway Gardens durch den Stadtwald ist schon geschlagen. Die Projektleiter Uwe Schmidt von der Bahn und Peter Buchholz von der Gateway-Gardens-Projektentwicklungsgesellschaft haben die Bäume rechtzeitig fällen lassen, denn in der Haupt-Brutzeit von Vögeln zwischen dem 1. März und 30. September ist das nicht mehr erlaubt. Die Naturschutzbehörde hat dem Einschlag zugestimmt, von Umweltschützern hat es keine Einwände und nicht einmal Proteste gegeben. Schließlich wird der Verlust an Natur ausgeglichen - in unmittelbarer Nähe.

          Hans Riebsamen

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Denn die alte Trasse, auf der die S-Bahn heute zum Flughafen fährt, wird nach der Vollendung der neuen Strecke zurückgebaut und renaturiert. Mit der neuen Trasse ist auch ein Grundstückstausch verbunden. Die Stadt Frankfurt stellt der Bahn die nötigen Flächen im Stadtwald und im neuen Flughafen-Stadtteil Gateway Gardens zur Verfügung, dafür erhält sie von der Bahn die alte Trasse.

          Unterirdische Führung als bessere Lösung

          Auch in Gateway Gardens ist die S-Bahn-Trasse mittlerweile freigeräumt. Zwar verläuft die Strecke dort unterirdisch. Doch der Tunnel wird nicht gebohrt, sondern in offener Bauweise entlang der Jean-Gardner-Batten-Straße und der Bessie-Coleman-Straße in einer bis zu 20 Meter tiefen Grube errichtet. Die beiden neuen Gleise tauchen vor der B43 in die Erde ein. Von da an werden sie in einem zwei Kilometer langen Tunnel unter dem nördlichen Teil des Frankfurter Kreuzes sowie unter dem Stadtteil Gateway Gardens und dem Kreisel Unterschweinstiege geführt. Danach münden sie in den bestehenden Flughafentunnel.

          Warum verläuft die Hälfte der vier Kilometer langen neuen Flughafenstrecke im Untergrund? Diese Bauweise ist zwar im Prinzip teurer als eine oberirdische Linienführung, doch die Planer verweisen darauf, dass die B43, das Frankfurter Kreuz und auch der Kreisel Unterschweinstiege einem oberirdischen Verlauf im Wege stehen. Auch im Stadtteil Gateway Gardens war die unterirdische Führung die bessere Lösung. Denn jetzt kann über dem S-Bahn-Tunnel am Ende eine leistungsfähige Straße verlegt werden.

          Teuerstes Projekt der Bahn in Hessen

          Weil die S-Bahn-Linie unter dem Stadtteil verläuft, muss auch die Station Gateway Gardens unterirdisch angelegt werden. Der Bahnhof wird unter der Bessie-Coleman-Straße liegen, 210 Meter lang sein, einen Mittelbahnsteig und drei Ausgänge haben. Für die beiden Ausgänge an den Köpfen der Bahnsteige sind Rolltreppen vorgesehen, vom mittleren Ausgang kommen die Fahrgäste über eine Treppe oder über Aufzüge nach oben. Über die ganze Station erstreckt sich ein Dach, das den Bahnhof vor Niederschlag schützt. Denn vom Bahnsteig führen mehrere Öffnungen zur Oberfläche, durch die Luft und Licht in die Station gelangen, durch die es aber auch hineinregnen könnte.

          Die S-Bahn nach Gateway Gardens ist das teuerste Projekt der Bahn in Hessen. 223 Millionen Euro sollen hier verbaut werden. Die Verkehrsplaner erwarten 14.000 Personenfahrten am Tag - 7.000 nach Gateway Gardens und 7000 zurück. Rund 13.000 Fahrten würden durch die S-Bahn-Anbindung auf den öffentlichen Nahverkehr verlagert, heißt es. Vor allem die Pendler nach Gateway Gardens, wo einmal 19.000 Beschäftigte arbeiten sollen, werden von der Anbindung des Stadtteils an die Frankfurter City profitieren. Denn sie müssen dann nicht mehr wie jetzt mit dem Bus vom Regionalbahnhof Flughafen nach Gateway Gardens fahren.

          Über das Projekt können sich Bürger jeden Freitag zwischen 9 und 13 Uhr in einem eigens eingerichteten Info-Center, Jean-Gardner-Batten-Straße 8, kundig machen und von dort auch einen Blick auf die Tunnelbaustelle werfen.

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