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Wolfram Ahlers (was.)

Nidda und Büdingen : Die wohnortnahe Ausbildung bleibt

Sinkende Schülerzahlen: Klassengrößen an Berufsschulen im Wetteraukreis sinken. (Symbolbild) Bild: dpa

Die allgemeinbildenden Schulen im Wetteraukreis bekommen im Gegensatz zu den Berufsschulen immer mehr Zulauf. Eine Fusion der Berufsschulen in Nidda und Büdingen erhält die wohnortnahe Ausbildung.

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          Gab es vor einigen Jahren noch Diskussionen, ob in Anbetracht sinkender Schülerzahlen alle Schulstandorte im Wetteraukreis bestehen bleiben können, so ist das mittlerweile kein Thema mehr. Der Siedlungsdruck ist auch im Hinterland des Ballungsraums angekommen, allenthalben entstehen Neubaugebiete. Womit die allgemeinbildenden Schulen Zulauf bekommen. Nicht nur an Schulzentren gibt der Wetteraukreis Aufträge für Erweiterungsbauten in Auftrag, auch viele kleinere Orte finden sich auf der Liste des Schulbauprogramms.

          Anders bei den Berufsschulen. Dort geht es mit den Schülerzahlen stetig nach unten. Allein in den vergangenen fünf Jahren ist die Zahl der Absolventen um zehn Prozent gesunken. Der Trend in Richtung Abitur mit anschließendem Studium ist ungebrochen, zumal Hochschulen immer mehr berufsbezogene Studiengänge anbieten. Da hat es das klassische duale Ausbildungssystem schwer. Handwerksbetriebe klagen über Mangel an Nachwuchs, und die Berufsschulen stehen vor Herausforderungen. Die einzelnen Berufsfelder werden differenzierter, was dazu führt, dass mehr Ausbildungsgänge vorzuhalten sind. Das bringt die Berufsschulen bei abnehmender Zahl von Absolventen in die Bredouille, allemal in einem Flächenkreis mit einem halben Dutzend Standorten.

          In der Mehrzahl der Ausbildungsberufe lässt sich die Mindestzahl an Schülern für eine Klasse, die mit 15 schon niedrig angesetzt ist, nicht mehr erreichen. Der Kreis muss also handeln, wenn er weiterhin eine wohnortnahe Ausbildung ermöglichen will. Die Lösung, für die sich die Politik entschieden hat, ist zukunftweisend. Mit der Fusion von Nidda und Büdingen bleibt dem ländlich geprägten Ostkreis der Berufsschulunterricht erhalten. Dass die Entscheidung zugunsten Niddas als Hauptstandort fiel, stößt in Büdingen zwar nicht auf ungeteilte Freude, aber im Sinne des Ganzen sollte das zu akzeptieren sein. Ausbildungsgänge zu bündeln und Zentren für Berufsfelder einzurichten weist in die richtige Richtung. Denn nur so lässt sich auf Dauer gewährleisten, dass jungen Menschen auch in der Wetterau möglichst viele Ausbildungsgänge offenstehen. Mit der Neuordnung im Schulentwicklungsplan werden die Berufsschulen sicherlich nicht geschwächt.

          Wolfram Ahlers

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für Mittelhessen und die Wetterau.

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