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KZ Osthofen bei Worms : Strammstehen bis zur Bewusstlosigkeit

  • -Aktualisiert am

Kalt und hart: Im ehemaligen Schlafsaal mussten die Gefangenen auf dem nackten Boden liegen. Bild: Marcus Kaufhold

Das KZ Osthofen bei Worms war für die Schriftstellerin Anna Seghers das Vorbild für das KZ Westhofen in ihrem Roman „Das siebte Kreuz“. Es war das erste Lager im damaligen Volksstaat Hessen.

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          Sieben Platanen, die vom Lagerkommandanten zu sieben Kreuzen für sieben geflüchtete Häftlinge bestimmt wurden, hat es im Konzentrationslager Westhofen nie gegeben. Dagegen findet sich in diesem unmittelbar nach der Machtübernahme Hitlers errichteten ersten KZ Hessens wie in seinem literarischen Nachbild ein Appellplatz. Hier mussten die Häftlinge strammstehen, zuweilen fast bis zur Bewusstlosigkeit. So, wie dies die Gefangenen in Seghers’ Roman tun müssen.

          Als die in Mainz geborene Schriftstellerin, die eigentlich Netty Reiling hieß, 1938 mit ihrem Buch „Das siebte Kreuz“ begann, war das KZ Osthofen schon seit vier Jahren aufgelöst. Es war eines der wilden Lager, die nationalsozialistische Aktivisten vielerorts in Deutschland in den ersten Monaten von Hitlers Herrschaft auf eigene Faust errichteten, um ihre örtlichen Gegner ohne Haftbefehl und richterliche Genehmigung festzusetzen.

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