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Kommentar zum Terminal 3 : Eine richtige Entscheidung

Kontra Terminal 3: Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Mitglied des Aufsichtsrats der Fraport AG Bild: dpa

Das geplante Terminal 3 sichert dem Frankfurtert Flughafen die Chance, auch in Zukunft eine entscheidende Rolle im internationalen Luftverkehr zu spielen. Die Region hat die Chance, von Aufträgen in Milliardenhöhe zu profitieren.

          Es ist keine überraschende, aber eine wichtige Entscheidung, dass Fraport mit dem Bau des dritten Terminals am Frankfurter Flughafen beginnen wird. Es sichert dem größten deutschen Flughafen die Chance, auch in Zukunft eine entscheidende Rolle im internationalen Luftverkehr zu spielen. Und es verschafft der Region die Chance, von der Milliardeninvestition zu profitieren: speziell in Form von Aufträgen für die regionale Wirtschaft beim Bau und allgemein, weil der Standort weiterhin von einer verkehrstechnischen Anbindung profitiert, um die man Frankfurt in aller Welt beneidet.

          Das dürften auch die Gründe für den Aufsichtsrat gewesen sein, am Dienstag mit großer Mehrheit noch einmal dem Bau des Terminals 3 als notwendige Ergänzung zur Landebahn Nordwest zuzustimmen. Einstimmig war die Entscheidung allerdings nicht. Zwei Mitglieder des Kontrollgremiums verweigerten dem Projekt die Zustimmung: der Landtagsabgeordnete Frank Kaufmann von den Grünen und der Frankfurter Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD).

          Überraschend ist auch das nicht. Der Grünen-Politiker Kaufmann gilt seit Jahren als entschiedener Ausbaugegner. Der Frankfurter Oberbürgermeister hat den Lärmschutz ebenfalls als Thema entdeckt und sich schon öfter gegen den Bau eines dritten Terminals ausgesprochen.

          Dass mit Kaufmann und Feldmann je ein Vertreter der beiden Hauptanteilseigner - Hessen und Frankfurt - dem Bau des dritten Terminals sein Placet verweigerte, zeigt, wie heikel die Aufgabe für den Vorstand ist, das Projekt unter veränderten politischen Kräfteverhältnissen weiter voranzubringen.

          Noch offensichtlicher wird das in der Stellungnahme des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir (Die Grünen). Er kündigt an, neue Modelle zur Einführung einer Lärmobergrenze entwickeln zu lassen. Nun ist es richtig, die verfügbaren Möglichkeiten zur Lärmminderung zu nutzen. Eine solche Obergrenze als Mittel zu einer Kapazitätsbeschränkung durch die Hintertür zu benutzen, die man auf andere Weise und mangels Mehrheiten nicht hat durchsetzen können, geht jedoch nicht an.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

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