„Kamel ohne Höcker“ :
Sprachlos im blauen Kistenland

Von
Matthias Bischoff
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Fragwürdige Integration: Stefan Walz, Gregor Trakis und Verena Bukal in der Mainzer Inszenierung
Fragwürdige Integration: Stefan Walz, Gregor Trakis und Verena Bukal in der Mainzer InszenierungBettina Müller

Alter Schwede: Das Jugendstück „Kamel ohne Höcker“ auf der Mainzer Studiobühne „TiC“. Der dem Stück zugrundeliegende Roman war vor wenigen Jahren in Schweden ein Bestseller .

Wer wissen will, wie es im Innern eines islamistischen Selbstmordattentäters möglicherweise aussieht, findet in dem jungen Schweden Halim ein geeignetes Anschauungsobjekt. Der 15 Jahre alte Junge ist Sohn libanesischer Einwanderer und kündigt der schwedischen Integrationspolitik den Kampf an. Zur Verzweiflung seines Vaters, der mit seiner Herkunft vollständig gebrochen hat, will er sich nicht länger "schwedisieren" lassen und nimmt alle Versuche, ihn zu einem echten Schweden zu machen, als brutale Vergewaltigung seiner Identität wahr. In seinen Tagebüchern spinnt er sich eine abstruse Verschwörungstheorie zusammen, und es scheint naheliegend, dass solche Gedanken in eine fatale Aktion umschlagen.

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