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Senckenbergs neue Spitze : Für ein Museum von Weltformat

Klement Tockner tritt am 1. Januar 2021 das Amts des Generaldirektors der Senckenberg-Gesellschaft an. Bild: Senckenberg/Tränkner

Klement Tockner stellt sich als Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung vor und plädiert für mehr Vernetzung von Wissenschaft und Gesellschaft.

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          Aus der Dramatik der Lage macht Klement Tockner kein Hehl: Covid 19 zeige „drastisch, wie sehr unsere Gesundheit, die körperliche, die mentale und die soziale Gesundheit, von einer intakten Natur abhängig sind.“ Der designierte Generaldirektor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der am 1. Januar in Frankfurt sein Amt antreten wird, skizzierte nun in einem digitalen Antrittsgespräch seine Pläne, mit Blick auf die „Erosion unseres Naturkapitals“. Der 1962 als Bergbauernsohn in der Steiermark geborene Gewässerökologe hat erfolgreich international als Wissenschaftler, Hochschullehrer und Forschungsmanager gearbeitet. Nun sei es für ihn eine große Herausforderung und ein immenses Privileg zugleich, Senckenberg in das nächste Jahrzehnt zu führen. In den vergangenen Jahren habe sich Senckenberg eindrucksvoll entwickelt und stehe mit an der Weltspitze, dies sei auch das Verdienst seines Vorgängers Volker Mosbrugger, der 15 Jahre lang die Institution mit seinem Team „großartig geleitet“ habe, so Tockner.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Als Gewässerökologe hat Tockner in Europa und Afrika geforscht, unter anderem hat er menschengemachte Einflüsse auf die Ökologie von Flüssen untersucht, wie künstliches Licht im Zusammenhang mit Algenwachstum. In den vergangenen Jahren hat Tockner, der Leiter des Leibniz-Institutes für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin war, als Präsident des Österreichischen Wissenschaftsfonds neue Fördermodelle vor allem im Zusammenspiel von Wissenschaft und Gesellschaft etabliert, außerdem hat er die Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität geleitet.

          „Dramatische Erosion unseres Naturkapitals“

          Vor allem der weitere Ausbau des Frankfurter Museums zu einem „Museum von Weltformat“ ist ihm wichtig. Museen seien „Vertrauensorte“, das dort Gezeigte werde als verbürgt und gewiss wahrgenommen. Am 1. Januar wird auch eine neue Museumsdirektorin ihr Amt antreten, kündigte er an. Senckenberg mit seiner Verbindung aus Forschung, Museen, Vermittlung und Diskurs in der Gesellschaft soll, wenn es nach Tockner geht, eine führende Rolle in den Herausforderungen der nächsten Jahre spielen. „Einen Krieg gegen unsere Zukunft“ nennt Tockner den Raubbau an Ressourcen und Artenvielfalt. Viele Faktoren seien zudem noch unbekannt. „Mehr denn je benötigen wir eine unabhängige, breit aufgestellte Wissenschaft“, so Tockner. „Senckenberg ist ein Zukunftsinstitut. Hier entwickeln wir die Lösungen“, dazu blicke man auch in die Vergangenheit.

          „Senckenberg ist ein Zukunftsinstitut“

          Nun stehen für Tockner der Besuch aller elf Standorte und Einrichtungen der Senckenberg-Gesellschaft und viele Mitarbeitergespräche an. Dann erst könne er Details zu den nächsten Schwerpunkten erläutern, so Tockner.

          Mit drei großen Entwicklungen aber will er die Senckenberg-Forschung und -Vermittlung in den nächsten zehn Jahren verbinden: Wichtig werde die Forschung in Echtzeit dank neuer Methoden. Das ermögliche ein Frühwarnsystem, außerdem könnten Zusammenhänge zwischen den Veränderungen in der Natur und Atmosphäre besser und rascher verstanden werden. Dringend nötig seien innovative Ansätze für den verantwortungsvollen Umgang mit dem Naturkapital, höchste Priorität müsse der Schutz der letzten natürlichen Ökosysteme haben. Zudem müsse die Interaktion von Wissenschaft und Gesellschaft weiter ausgebaut werden

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