Kleinmarkthalle : Die Stadt Frankfurt ist überfordert

Die Sanierung der Frankfurter Kleinmarkthalle ist wieder einmal gestoppt worden. Es zeigt sich, dass die Stadt das nicht ohne Hilfe bewältigen kann.
In wenigen Tagen ist es genau 18 Jahre her, dass die Frankfurter Stadtverordneten einen Grundsatzbeschluss zur Kleinmarkthalle gefasst haben. Am 6. November 2008 beauftragte eine breite politische Mehrheit den Magistrat damit, eine Bau- und Finanzierungsvorlage für die Sanierung und den Umbau der traditionsreichen Institution zu erstellen. Es war eine Reaktion auf Überlegungen des damaligen Planungsdezernenten Edwin Schwarz (CDU), die Halle abzureißen und durch einen Neubau an der Berliner Straße zu ersetzen. Der beliebte „Bauch von Frankfurt“ solle erhalten werden und seinen Charakter nicht ändern, lautete der politische Konsens.
Passiert ist seitdem wenig, sieht man von der Sanierung der Toiletten und insgesamt 29 Zwischenberichten des Magistrats an die Stadtverordneten ab. Das Projekt, für das ursprünglich einmal 12,5 Millionen Euro veranschlagt waren, wurde zur unendlichen Geschichte – und zu einem besonders traurigen Beispiel dafür, wie öffentliche Bauvorhaben nicht laufen sollten. Konzepte werden erstellt und verworfen, Probleme werden ausgesessen, statt sie zu lösen, Planungen werden mitten im Prozess mit zusätzlichen Wünschen überfrachtet.
Durch die jahrelangen Verzögerungen und Kurskorrekturen wurde die Modernisierung der Kleinmarkthalle allein schon wegen des Anstiegs der Baukosten nicht günstiger. Nur die Dringlichkeit ist gestiegen. Ohne Sanierung müsse man die Halle schließen, hieß es im vergangenen Jahr. Es wäre eine selbst verschuldete Katastrophe.
Mehr Kommunikation als sorgfältige Planung
Besonders peinlich ist, dass die Marktbetriebe im vergangenen Jahr bereits eine große Kommunikationskampagne gestartet haben, mit der die Kunden über die Sanierung informiert und auf die Einschränkungen während der Bauphase vorbereitet werden sollten. Aus all diesen Ankündigungen wird jetzt nichts – offensichtlich wurde mehr Wert auf Öffentlichkeitsarbeit als auf eine tragfähige Planung gelegt.
Sicher: In einem alten, denkmalgeschützten Gebäude gibt es viele Unwägbarkeiten. Aber eine Kostensteigerung um 50 Prozent auf 45 Millionen Euro, noch bevor im Inneren der Halle die Arbeiten begonnen haben, sprengt alle Dimensionen. Es ist verständlich, dass Wirtschaftsdezernent Nils Kößler (CDU) die Notbremse gezogen hat.
Er hat eine verunglückte Baustelle übernommen und muss jetzt aus der unendlichen Geschichte ein Projekt machen, das in absehbarer Zeit tatsächlich beendet wird. Die Stadt und ihre Marktbetriebe sind damit überfordert. Sie sollten sich von einem (privaten) Partner helfen lassen.





