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Der Lokaltermin : Rohkost und Smoothies

Rohe Sitten: An der Chevrolet-Theke der „Rag Bar“ gibt es ausschließlich ungekochtes und veganes Essen. Bild: Finger, Stefan

In der „Rag Bar“ gibt es ungekochtes und veganes Essen, serviert aus einem umgebauten Chevrolet. So außergewöhnlich wie die Theke ist auch das „Health Food“ der jungen Idealisten. Der Lokaltermin.

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          Der Gegensatz könnte nicht größer sein. Auf der einen Seite sitzen die Leute, trinken Cola und futtern Pizza mit Tonnen von Käse, auf der anderen lassen sich die Gäste frisch gepresste Säfte und Shakes, Rohkost und veganen Kuchen servieren. Drüben lockt die größte der drei Frankfurter Filialen der „Pizza Hut“-Kette mit „Cheezy Crust“, Chicken-Sticks und Bolognese-Nachos, hüben verkaufen drei junge Idealisten Smoothies und aufwendig zubereitetes „Health-Food“.

          Peter Badenhop

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im Untergeschoss der Zeilgalerie prallen diese beiden Welten aufeinander, seit im Mai vergangenen Jahres die „Rag Bar“ ihren Betrieb aufgenommen hat. Ganz im Trend des überall um sich greifenden Veganismus bieten die Macher ausschließlich ungekochte, von jeglichen tierischen Produkten freie Kost.

          Außergewöhnliche Süßspeisen

          Pizza gab es in der „Rag Bar“ vor einiger Zeit zwar auch einmal. Mit den „Pizza Hut“-Kalorienbomben von gegenüber hatte die allerdings herzlich wenig zu tun. Sie stellte sich eher als ein auf einer Art knusprigem Nuss-Getreide-Teig ausgebreiteter Tomaten-Paprika-Salat heraus. Sehr frisch, knackig und belebend - ganz wie die rohen, mit einer Walnuss-Mischung, Tomatensalsa, Guacamole und Salat gefüllten Mais-Tacos, die ein paar Tage später auf der ständig wechselnden Tageskarte standen. Weil sich die „Rag Bar“-Macher ein strenges Regelwerk für ihre Kreationen gegeben haben, bewegen sich im Grunde alle ihre herzhaften Gerichte in diesem mehr oder weniger „salatigen“ Spektrum, sei es nun die Pizza, die Tacos, die Lasagne, die Quiche, die in Wirsing gerollten Falafel oder die sehr gelungenen Zucchini-Cannelloni.

          Rein pflanzlich: In der „Rag Bar“ ist alles vegan - selbst die Cupcakes.

          Fast noch interessanter - weil deutlich vielfältiger - sind die Süßspeisen. Da gibt es Erdnuss-Kuchen, Sesam-Schnitten, Cashew-Schokoladen-Pralinen, „Superfood“-Bällchen aus Walnüssen, Paranüssen, Datteln und Feigen, Kokosnuss-Mandel-Törtchen, vegane Cupcakes und immer neue Torten mit einem festen, nussigen Boden und verschiedenen fruchtigen Creme-Auflagen - alles roh und vegan. Die Preise für diese außergewöhnlichen Teilchen liegen zwischen 2,20 und 3,80 Euro je Stück und damit auch nicht wesentlich höher als in einer guten Konditorei.

          Auch Nichtrohkostlern zu empfehlen

          Wer allerdings luftig-leichte Gesundheitshappen erwartet, der wird enttäuscht: Die „Rag Bar“-Süßigkeiten sind fast ausnahmslos sehr üppig, manchmal etwas matschig, oft sehr nussig und bananig im Geschmack, mitunter schokoladig-schwer und vor allem fast alle ziemlich süß.

          Getrunken wird dazu an der aus einem alten schwarzen Chevrolet zusammengesetzten Theke Kaffee, Tee oder Saft. Die frischen Smoothies, Shakes und „Protein-Säfte“ gibt es in einer bemerkenswerten Vielfalt und mit zahlreichen exotischen und hierzulande noch recht unbekannten Zutaten. Das ist auch für Nichtveganer und Nichtrohkostler durchaus ein Genuss. Und gesünder als der Fett- und Kohlenhydrate-Tsunami bei „Pizza Hut“ allemal.

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