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Leipziger Zoo contra Peta : Bei aller Affenliebe

Kein Fall für Peta: diese Affenliebe im Leipziger Zoo Bild: dpa

Eine Tierpflegerin ruft bei einem Radiosender an und spricht von „komischen Gefühlen“ für einen Schimpansen – ein Fall für die Tierschutzorganisation Peta.

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          Dieser Affe war eine Ente. Kein Wunder, dass sich der Zoo Leipzig jetzt erfolgreich gegen die Tierschutzorganisation Peta wehrte. Sie darf von sofort an nicht mehr behaupten, dass der Zoo eine Auszubildende beschäftigt, die in einen in ihrer Obhut stehenden Schimpansen verliebt ist. Fachleute nennen das Zoophilie. „Die Vorwürfe waren vollkommen aus der Luft gegriffen“, sagt Zoodirektor Jörg Junhold. Er wirft nun wiederum Peta vor, eine Rufschädigung des Zoos leichtfertig in Kauf genommen zu haben. „Dagegen mussten wir rechtlich vorgehen.“

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Der Ausgangspunkt des Streits liegt am anderen Ende der Republik, in einem Hörfunkstudio in Köln. Dort rief am 30. Januar gegen halb zwei Uhr morgens eine Frau in der Talksendung „Domian“ an, stellte sich als „Lena, 28“ vor, die eine Ausbildung als Tierpflegerin in einem Zoo mache, und sagte, „komische Gefühle“ für den dreijährigen Schimpansen Alex zu hegen, den sie betreue. „Sagen wir’s doch offen: Du fühlst eine gewisse Erotik?“, forschte Jürgen Domian nach, dem nichts Menschliches und offenbar auch nichts Tierisches fremd ist. Die Anruferin bejahte und berichtete Details. Der Moderator sagte ihr in deutlichen Worten, dass sie die Distanz zum Tier wahren und womöglich raus aus der Pflege müsse.

          Anzeige beim Leipziger Veterinäramt

          Das sah Peta ähnlich. Die Organisation erstattete umgehend Anzeige beim Leipziger Veterinäramt gegen eine unbekannte Mitarbeiterin des Zoos der Messestadt wegen des Verdachts auf Zoophilie und ging mit dem Fall an die Öffentlichkeit. „So haben wir erstmals von den Vorwürfen erfahren“, sagt Zoodirektor Junhold. Die Anruferin hatte den Zoo mit keinem Wort erwähnt. Peta behauptet heute, dass mehrere Indizien für Leipzig gesprochen hätten, darunter auch eine MDR-Sendung vom November 2013, in der ein Affe Alex in dem Zoo vorkomme. Doch nachgefragt hat die Organisation in Leipzig nie. Man habe bei einer anderen Anfrage an den Zoo nie eine Antwort bekommen, sagt Peter Höffken, Wildtierexperte bei Peta. „Bei Institutionen, die nicht mit uns sprechen, müssen wir an die Öffentlichkeit gehen.“ Dass das voreilig war, gibt Peta zu. „Wir erkennen an, dass wir falsch lagen“, sagt Höffken. „Wir sind da auch getäuscht worden.“

          Jörg Junhold jedenfalls teilt mit, dass in seinem Zoo keine Mitarbeiterin namens Lena arbeite und es bei ihm auch keinen dreijährigen Schimpansen Alex gebe. Womöglich war nicht einmal der Anruf bei „Domian“ echt. Nach der Sendung beichtete die vermeintliche Tierpflegerin in einem Online-Forum, dass alles nur eine Wette gewesen sei. Ein Scherz also nur, auf Kosten der Affen.

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