Tokios Ringbahn :
Die Fahrgäste sehen alle so missmutig aus

Von
Steffen Gnam
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Rushhour in Tokio: Wer reinkommt, ist drin – aber auch nicht glücklich.
Rushhour in Tokio: Wer reinkommt, ist drin – aber auch nicht glücklich.Mark Henley/PANOS/VISUM

3,5 Millionen Menschen benutzen täglich die Ringbahn von Tokio. Für die Autoren eines Themenhefts der Zeitschrift „Japan Forum“ ist sie eine Maschine zur Gewöhnung an die Endlosigkeit des Alltags.

Die zwischen 1885 und 1925 erbaute Ringbahn von Tokio, genannt Yamanote-Linie, transportiert täglich 3,5 Millionen Fahrgäste. In der Vorwärtsbewegung des Zuges und Lebens spielt sie zwischen Verlangen und Nostalgie eine wichtige Rolle in der Psychogeographie der Japaner. Die Ringbahn mit ihren 29 Bahnhöfen definiert als Dreamscape und Transportarterie die Konturen und den Herzschlag der Stadt, ist zugleich ein Generator der Zugehörigkeiten und ein ausschließendes Element. Solche philosophischen Aspekte des Massenverkehrsmittels bringt jetzt ein Themenschwerpunkt der Zeitschrift „Japan Forum“ zur Sprache (Band 30, Heft 2, 2018: „Thinking from the Yamanote: space, place and mobility in Tokyo’s past and present“).

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