Hypothetische Verbote :
Eine Fiktion von Zensur

Von
Johannes Franzen
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Wäre das Schoßhundmassaker heute verboten? 1988 drehte Charles Crichton den Film „Ein Fisch namens Wanda“.
Wäre das Schoßhundmassaker heute verboten? 1988 drehte Charles Crichton den Film „Ein Fisch namens Wanda“.ddp Images

Wir leben in einer Zeit kontrafaktischer Verbote. Was ist von dem Gemeinplatz zu halten, dieses oder jenes klassische Werk hätte heute nie und nimmer publiziert werden können?

Wir leben, wie es scheint, in einer Zeit kontrafaktischer Verbote. Zumindest hört man gerade öfters, dass ein Werk – ein Buch, ein Film – heute wohl so nicht hätte veröffentlicht werden können, und zwar weil der Geist einer moralischen Zensur im Sinne der politischen Korrektheit umgeht. Zuletzt artikulierte der Sozialpsychologe und Publizist Harald Welzer in einem Kommentar für den Deutschlandfunk Sorgen um das gegenwärtige kulturelle Klima, „in dem jedes einzelne Werk primär nicht mehr auf seine künstlerische Qualität hin betrachtet wird, sondern auf die emotionale Verletzungs- und Irritationsmöglichkeit, die in ihm liegen könnten“.

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Maria Wiesner
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