Hypothetische Verbote : Eine Fiktion von Zensur

Wir leben in einer Zeit kontrafaktischer Verbote. Was ist von dem Gemeinplatz zu halten, dieses oder jenes klassische Werk hätte heute nie und nimmer publiziert werden können?
Wir leben, wie es scheint, in einer Zeit kontrafaktischer Verbote. Zumindest hört man gerade öfters, dass ein Werk – ein Buch, ein Film – heute wohl so nicht hätte veröffentlicht werden können, und zwar weil der Geist einer moralischen Zensur im Sinne der politischen Korrektheit umgeht. Zuletzt artikulierte der Sozialpsychologe und Publizist Harald Welzer in einem Kommentar für den Deutschlandfunk Sorgen um das gegenwärtige kulturelle Klima, „in dem jedes einzelne Werk primär nicht mehr auf seine künstlerische Qualität hin betrachtet wird, sondern auf die emotionale Verletzungs- und Irritationsmöglichkeit, die in ihm liegen könnten“.





