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Abbrechen wegen Corona : Kein Geld fürs Studium

  • -Aktualisiert am

Spielplatz statt Bibliothek: Charlotte Kohler musste ihren Master auf Eis legen, als die Kitas schlossen. Bild: Tobias Schmitt

Während der Corona-Pandemie fällt der sorgsam geplante Alltag an den Unis und zu Hause in sich zusammen. Für manche bedeutet das: Weiterstudieren geht nicht mehr.

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          Eigentlich studiert Charlotte Kohler Wirtschaftspädagogik und Geschichte. Wäre da nicht die Pandemie. Seit Corona da ist, hat es die 29-Jährige nicht mehr geschafft, ihren Master in Leipzig fortzusetzen. Dabei wollte sie inzwischen längst mit dem Studium fertig sein. Aber Kohler hat zwei kleine Kinder. Um ihren Alltag als Studierende zu bewältigen, ist sie angewiesen auf Kinderbetreuung, einen Nebenjob und einen ruhigen Platz zum Arbeiten. „Als die Kitas geschlossen haben, ist das sowieso schon fragile Konstrukt aus Studium, Kinderbetreuung und Nebenjob zusammengebrochen“, erzählt sie.

          Auch viele Studierende ohne Kinder sind nach mehr als eineinhalb Jahren Pandemie desillusioniert: Statt mit tiefsinnigen Diskussionen, langen Kaffeepausen und Partys verbrachten sie das letzte Jahr in Zoom-Konferenzen am Küchentisch. Manche verabschieden sich darum zumindest zeitweise von den Universitäten. Die Hälfte aller Studierenden geht laut einer Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) bereits davon aus, dass sie wegen der Pandemie länger für ihren Abschluss brauchen werden. „Besonders betroffen sind die Studierenden, die es auch sonst schon schwerer haben“, erzählt der Sozialwissenschaftler Markus Lörz vom DZHW. Diejenigen, die aus Nicht-Akademiker-Familien stammen etwa, die eine psychische Erkrankung haben oder aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind, um ihren Abschluss hier zu machen. „Die haben nun ein deutlich höheres Abbruchrisiko“, sagt Lörz.

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