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Nicht wegfliegen: Stefan Mross hält Anna-Carina Woitschack fest Bild: dpa

Herzblatt-Geschichten : Ein sexy Mann im Reihenhaus

Ist Stefan Mross süchtig nach Hochzeiten? Brauchen wir einen Club der höflichen Menschen? Und wer erfüllt Gitta Saxx’ Wünsche? Die neuen Herzblatt-Geschichten.

          3 Min.

          Das ist jetzt ein wenig doof gelaufen für Stefan Mross. Zur besten Sendezeit hat er im Fernsehen angehalten um die Hand seiner Freundin Anna-Carina Woitschack, in Florian Silbereisens Show „Adventsfest der 100000 Lichter“, und hat sich Sätze einfallen lassen wie: „Einen Engel darf man nicht wegfliegen lassen, einen Engel muss man festhalten.“ Und obwohl in unserer Vorstellung Engel lieber fröhlich herumflattern würden, als ständig festgehalten zu werden, hat Woitschack zu Stefan Mross ja gesagt.

          Jörg Thomann

          Redakteur im Ressort „Leben“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Doof gelaufen ist was anderes: Das Presse-Echo für Mross ist nicht gerade schmeichelhaft. „Viel Spaß“ etwa schreibt über den Moderator, der seine dritte Ehe ansteuert: „Nicht schon wieder! Er kann das Heiraten einfach nicht lassen.“ Das klingt fast nach Suchtverhalten, das sich nur mit Hilfe einer Selbsthilfegruppe (die Anonymen Bräutigame?) in den Griff kriegen ließe.

          „Das Neue“ zieht die Aktion ins Unernste und reimt: „Nach dem romantischen Heiratsantrag – Macht der Mross den nächsten Spross?“ Hätte man sich bei jemand anderem zu so einem Kalauer hinreißen lassen? Wir sind jedenfalls gespannt, ob wir Schlagzeilen zu lesen bekommen wie: „Kriegt Andrea Berg ’nen neuen Zwerg?“, „Ein Filius für Marika Kilius?“, „Gibt’s neue Gören bei den Fischer-Chören?“

          Trauzeuge im Blickpunkt

          Die bitterste Schlagzeile zu seinem Antrag aber muss Mross in der „Aktuellen“ lesen: „Florian Silbereisen – Hochzeit 2020!“ Kein Wort über, kein Bild von Mross auf der Titelseite, sondern alle Aufmerksamkeit auf dem Trauzeugen Silbereisen. Hoffen wir für Mross, dass wenigstens nach seinem großen Tag die Klatschhefte ihn nicht aus seinen eigenen Hochzeitsfotos herausschneiden und nur Anna-Carina Woitschack neben Florian Silbereisen zeigen.

          Anderswo gibt es bereits Nachwuchs zu feiern: „Er hat es selbst enthüllt – Roland Kaiser – Baby-Glück“, titelt „Freizeitrevue“, und „Das neue Blatt“ verkündet: „Zauberhafte Fotos – Roland Kaiser – Das verheimlichte Kind! Zum ersten Mal spricht er darüber“. Hintergrund ist die Tatsache, dass der Sänger in der Show „Adventsfest der 100000 Lichter“ – anscheinend eine Art Schwarzes Brett der Branche – bekanntgegeben hat, dass er Großvater wird.

          Im Inneren des „Neuen Blatts“ schrumpfen die „zauberhaften Fotos“ zu einer einzigen, der Facebook-Seite der Eltern entnommenen Aufnahme, die die Füßchen des Kindes zeigt. Mehr hat die Redaktion nicht in Erfahrung bringen können, weil Kaiser mitteilte, dass er sich „nicht zu privaten Belangen äußern“ werde. „Es ist also weiterhin ein bisschen mysteriös, dieses verheimlichte Kind!“, schreibt „Das neue Blatt“ trotzig. Dabei darf man annehmen, dass das Kleine ganz unmysteriös neben den zwei Füßchen auch zwei Ärmchen und ein süßes Stupsnäschen hat und noch nicht allzu viel Druckreifes von sich gibt.

          Die Schwägerin der Schwester

          Noch mehr Kindersegen meldet „Freizeitspaß“ „Judith Williams – Baby-Glück! Die Familie jubelt über einen süßen Jungen“. Blättert man um, dann stellt sich heraus, dass Williams nicht Mutter und noch nicht einmal Großmutter geworden ist; das Kind bekam die Schwägerin ihrer Schwester. Da sind wir dann nicht mehr weit entfernt vom Tag, an dem das Baby des Steuerberaters von Williams’ Schwippschwager zur Titelstory wird.

          Wünscht sich liebevolle Weihnachten: Gitta Saxx

          In den Antworten auf die „Bunte“-Umfrage „Welcher Weihnachtswunsch wurde Ihnen noch nie erfüllt?“ geht es zur Abwechslung mal nicht um Kinder. Gitta Saxx, die vorgestellt wird mit der klangvollen Job-Trilogie „Jahrhundert-Playmate, Beauty-Unternehmerin, DJane“, bekennt: „Ein Wunsch von mir ist tatsächlich: auf einem Fell vor einem großen Kamin mit einem sexy Mann Weihnachten zu verbringen. Es sollte ein Holzhaus sein – darf auch gern in Kanada stehen, muss nicht Kitzbühel sein!“

          Womöglich wurde der Wunsch bislang deshalb nicht erfüllt, weil unklar ist, an wen er adressiert ist: an die holzverarbeitende Industrie, an Reiseveranstalter mit Kanada-Schwerpunkt, an den Weihnachtsmann persönlich? Und ist der Wunsch nach Prioritäten gestaffelt, dürfte es also auch ein sexy Mann auf einem Flokati in einem Reihenhauszimmer sein?

          Scheibenwischer gegen Knickerbocker

          Bescheidenere Wünsche hegt Ulrich Tukur. „Das neue Blatt“ zitiert aus einem Interview des Schauspielers, in dem dieser erzählte: „Ich trage gerne Knickerbocker-Anzüge. Neulich überquere ich in Berlin einen Zebrastreifen. Da guckt mich ein Mann an und macht den Scheibenwischer. In solchen Momenten möchte man einen Club der höflichen Menschen gründen.“

          Eine charmante Idee, die könnten dann allesamt Knickerbocker tragen und einander Gebäck anbieten, welches sie, höflich wie sie sind, nie annehmen. Gegen die Idee spricht freilich zweierlei: Erstens bekäme man für so einen Club in Berlin kaum genug Mitglieder. Zweitens würde der Vorstand aus purer Höflichkeit niemanden je zurückweisen, so dass der Club am Ende voller ungehobelter Kerle wäre.

          Laut seiner eigenen Aussage „höflich“ hat sich auch Prinz Andrew ausdrücken wollen, als er in seinem legendär gescheiterten BBC-Interview dem Sexualstraftäter Epstein nur „unangenehmes“ Verhalten attestierte. Als hätte Andrew nicht genug Ärger, wurde nun noch ein Foto publik, das auf der Feier zum Achtzehnten seiner Tochter Beatrice 2006 im Garten von Windsor neben Epstein und dessen Freundin auch Harvey „MeToo“ Weinstein zeigt. Schlimmer kommen kann es jetzt nur, wenn sich herausstellt, dass auf der Party auch noch Donald Trump, Klaus Kinski und Muammar al-Gaddafi herumstanden.

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