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Prinz Harry und Prinz William : Gute Tage, schlechte Tage

Verraten diese Minen was? Prinz Harry und Prinz William bei der Kranzniederlegung am Remembrance-Sonntag Bild: EPA

Der erste gemeinsame Auftritt der Brüder nach dem Streit-Geständnis von Prinz Harry wurde mit Spannung erwartet. Wie war’s denn nun?

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          Zu den Dingen, die das Vereinigte Köngreich derzeit beschäftigen, gehört neben dem Brexit und den anstehenden Neuwahlen wohl auch das Verhältnis zwischen Prinz William und Prinz Harry. Die Brüder galten lange als unzertrennlich, im Viergespann mit ihren jeweiligen Frauen wurden sie „Fab Four“ getauft, die fabelhaften Vier. Doch das Verhältnis der beiden hatte zuletzt einen Knacks bekommen: Während Prinz William als Vorzeigethronfolger auftritt, hat Prinz Harry zuletzt gemeinsam mit seiner Frau Meghan mit immer mehr Gepflogenheiten gebrochen. Ihr erstes Kind präsentierten sie der Presse erst nach einigen Tagen, der kleine Archie bekam nicht mal einen königlichen Titel. Immer wieder gibt es Gerüchte, die beiden wollten zumindest für eine Weile aus Großbritannien fortziehen, und schließlich erschien vor wenigen Wochen eine aufsehenerregende Dokumentation, in der Harry und Meghan einen für das britische Königshaus ungewöhnlich offenen und kritischen Ton anschlugen.

          Julia Anton

          Redakteurin im Ressort Gesellschaft bei FAZ.NET

          Sein Bruder und er gingen gerade getrennte Wege, erklärte Prinz Harry dort auf Nachfrage. Er liebe William zwar, aber die beiden hätten neben „guten“ eben auch „schlechte Tage“. Britische Medien zitieren Palastquellen, laut denen Prinz William alles andere als begeistert über Harrys Aussagen gewesen sein soll. Frostig könne die Stimmung also werden, wenn die beiden am Samstagabend zum ersten Mal seit der Veröffentlichung der Dokumentation in der Öffentlichkeit aufeinander treffen. In Großbritannien wurde das alljährliche „Remembrance“-Wochenende begangenen, an dem der Opfer des Ersten Weltkriegs gedacht wird. Die königliche Familie versammelt sich zu diesem Anlass zu mehreren Veranstaltungen, beginnend mit einer Gala in der Royal Albert Hall. 

          Mögen die sich noch? William und Kate sitzen vorne links, während Harry und Meghan auf der rechten Seite in die zweite Reihe mussten.

          Zu welcher Sorte von Tagen gehörte also dieses Wochenende? Auf den ersten Blick häuften sich die Anzeichen für „schlecht“: Die Brüder trafen getrennt von einander ein. Während Prinz William mit seiner Frau Kate in der ersten Reihe saß, waren Prinz Harry und seine Meghan einige Plätze weiter in Reihe zwei untergebracht, fast, als wollten sie nichts miteinander zu tun haben. Am Tag drauf stand Meghan nicht mal auf demselben Balkon wie Kate und die Queen.

          War es das nun also mit den „Fab Four“? Tatsächlich war die räumliche Trennung der Paare viel mehr dem königlichen Protokoll als der Funkstille zwischen den beiden Prinzen geschuldet. Wer wann eintrifft und wo sitzt, hängt vom Platz in der Thronfolge ab. Als Zweiter in der Rangfolge sitzt William also weiter vorn als Harry, der erst auf Platz sechs folgt. Im Vorjahr, als die Gruppe noch unzertrennlich schien, hatten die beiden die selben Plätze inne. Auch Herzogin Meghan hatte man im vergangenen Jahr schon auf einen anderen Balkon ausquartiert, weil diese schlicht aus Platzgründen nicht mehr mit drauf passte. In diesem Jahr stellte man ihr immerhin Elke Büdenbender an die Seite, die gemeinsam mit ihrem Mann, dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, zu der Feier geladen war.

          Die „Fab Four“ (und Prinz Charles) auf dem Weg zum Weihnachtsgottesdienst 2018.

          Am Sonntag legten Harry und William im Rahmen der Feierlichkeiten immerhin gemeinsam einen Kranz ab – auch hier folgten sie aber brav den Gepflogenheiten. Aus ihren ernsten Mienen sollte man aber keine voreiligen Schlüsse ziehen: Die hatten sie auch im Vorjahr schon aufgesetzt. Wie es seit der Dokumentation tatsächlich um die „Fab Four“ steht, werden fürs Erste also nur sie selbst wissen. Zum Glück sind die Briten im Umgang mit Ungewissheiten seit dem Brexit mehr als erprobt. 

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