Niels Högel sagt aus : Der Serienmörder als Hauptzeuge

Ein Pfleger, der mindestens 85 Patienten tötete, steht als Zeuge vor Gericht: Der Prozess gegen sieben ehemalige Vorgesetzte soll klären, wie viel Ärzte, Pflegeleitung und Geschäftsführung von seinen Taten wussten.
Niels Högel war schon häufiger im großen Festsaal der Weser-Ems-Halle, in den er am Dienstagvormittag um kurz vor zehn Uhr hineingeführt wird. In dem Saal hatte der große Prozess gegen ihn stattgefunden, an dessen Ende er im Jahr 2019 wegen Mordes in 85 Fällen zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde. Nun tritt Högel in einer neuen Rolle vor Richter Sebastian Bührmann. Der schlimmste Serienmörder der Bundesrepublik, dessen wahre Opferzahl vermutlich im deutlich dreistelligen Bereich liegt, ist Zeuge in einem Gerichtsverfahren, das ebenfalls Justizgeschichte schreiben könnte: Auf der Anklagebank sitzen sieben frühere Vorgesetzte von Niels Högel aus den beiden Krankenhäusern in Oldenburg und Delmenhorst – Ärzte, Pflegeleitung, Geschäftsführung. Ihnen wird vorgeworfen, von den Morden Högels Ahnungen, wenn nicht gar Wissen gehabt zu haben.


