https://www.faz.net/-gum-7kj1t

Mail an das Gericht : Knox nicht anwesend, weil sie Angst hat

  • Aktualisiert am

Amanda Knox (hier während eines Fernsehinterviews) reist nicht zur Berufungsverhandlung nach Italien, weil sie Angst hat. Bild: REUTERS

In einer E-Mail hat sich Amanda Knox an das Berufungsgericht in Florenz gewandt. Sie habe Angst und nehme deshalb nicht am Verfahren teil. Zudem warf sie den italienischen Beamten vor, sie beim Verhör im Jahr 2007 eingeschüchtert und geschlagen zu haben.

          1 Min.

          Die Angeklagte Amanda Knox hat in einer E-Mail an das Gericht ihre Unschuld beteuert. „Ich habe nicht getötet, ich habe nicht vergewaltigt“, heißt es laut Nachrichtenagentur Ansa in dem Text, der am Dienstag vor dem Berufungsgericht in Florenz vorgelesen wurde. „Ich bin nicht anwesend, weil ich Angst habe“, schreibt Knox, die nicht an dem neu aufgerollten Mord-Verfahren gegen sie teilnimmt. „Ich habe Angst, dass die Heftigkeit der Anklage Sie beeindruckt, dass ihre Augenwischerei Sie blind macht.“

          Gericht: Wer etwas zu sagen hat, sollte auch kommen

          Der dritte Prozess gegen die amerikanische Staatsbürgerin Knox und ihren Ex-Freund Raffaele Sollecito sollte anschließend mit den Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt werden. Den beiden Angeklagten wird vorgeworfen, im Jahr 2007 die britische Austauschstudentin Meredith Kercher in Perugia brutal getötet zu haben. Die damals 21-Jährige war halbnackt und mit durchschnittener Kehle gefunden worden.

          Der Kercher-Anwalt Vieri Fabiani zeigt sich in der Tat weiter überzeugt davon, dass Knox und ihr amerikanischer Ex-Freund Raffaele Sollecito, mittlerweile 29 Jahre alt, die Britin Meredith im Rauschgift- und Alkoholrausch ermordet hätten. Gerichtspräsident Allessandro Nencini quittierte die E-Mail mit den Worten, wer etwas zu dem Prozess zu sagen habe, sollte auch kommen.

          Knox: Ungerecht und boshaft

          Die Anschuldigungen gegen sie und Sollecito seien „ungerecht und boshaft“, schreibt Knox. „Meredith war meine Freundin. Sie war mir sympathisch, sie hat mir geholfen, sie war großzügig und witzig“, heißt es. „In der kurzen Zeit, in der Meredith und ich Mitbewohnerinnen und Freundinnen waren, haben wir nie gestritten.“

          In ihrer E-Mail erhebt Amanda Knox zudem Vorwürfe gegen die Polizeibeamten, die sie auf das Revier gebracht hatten: „Ich wurde belogen, angeschrien, eingeschüchtert und zwei Mal auf den Kopf geschlagen.“ Man habe ihr damit gedroht, dass sie ihre Familie niemals wiedersehen würde, wenn sie sich nicht zu der Tatnacht aussage.

          Knox und Sollecito waren 2009 zu langen Haftstrafen verurteilt und zwei Jahre später von einem Berufungsgericht freigesprochen worden. 2013 hatte Italiens oberstes Gericht den Freispruch gekippt. Knox war nach ihrer Entlassung aus der Haft in die Vereinigten Staaten zurückgekehrt. Sie hatte mehrfach betont, nicht nach Italien reisen zu wollen, auch im Falle einer Verurteilung nicht.

          Weitere Themen

          China und die Mär von den Biontech-Toten

          Corona-Impfstoff : China und die Mär von den Biontech-Toten

          China verbreitet, westliche Medien verschwiegen die Gefahren des Corona-Impfstoffs von Pfizer und Biontech. Damit soll die Kritik an der Intransparenz der eigenen Impfstoffhersteller unglaubwürdig gemacht werden.

          Topmeldungen

          „Make America great again“ war in erster Linie eine Kampfansage an andere Nationen.

          Amerikanische Außenpolitik : Trumps Vakuum

          Der 45. Präsident hinterlässt in den Vereinigten Staaten einen Trümmerhaufen. Die Weltpolitik war widerstandsfähiger.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.