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Berufung gescheitert : Lebenslange Haft für U-Boot-Bauer Madsen bestätigt

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Der dänische Erfinder wird nach dem ersten Gerichtsverfahren im August 2017 abgeführt. Bild: dpa

Im April war Peter Madsen wegen Mordes an der Journalistin Kim Wall zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er ging in Berufung, seine Anwältin forderte 14 bis 16 Jahre Haft – ohne Erfolg.

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          Der wegen Mordes schuldig gesprochene dänische U-Boot-Bauer Peter Madsen ist in einem Berufungsprozess erneut zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht in Kopenhagen bestätigte am Mittwoch das Urteil der Vorinstanz. Damit scheiterte Madsen mit seinem Versuch, eine mildere Strafe zu bekommen.

          Madsen war im April wegen Mordes an der schwedischen Journalistin Kim Wall zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Er hatte gegen die Höhe seiner Strafe Berufung eingelegt. Seine Anwältin hatte im Berufungsverfahren eine Haftstrafe zwischen 14 und 16 Jahren gefordert. Staatsanwalt Kristian Kirk forderte dagegen abermals die Höchststrafe für den nach seinen Worten „zynischen, perversen und berechnenden Sexualmörder“.

          Der 47 Jahre alte Madsen hatte nach Überzeugung des Gerichts im August 2017 die 30 Jahre alte Wall in seinem selbst gebauten U-Boot ermordet, ihre Leiche zerstückelt und die Teile mit Gewichten beschwert ins Meer geworfen. Vor Gericht hatte Madsen den Tod der Journalistin als Unfall dargestellt.

          Madsen bestreitet Wall ermordet zu haben

          Wall war am 11. August 2017 nach einem Treffen mit Madsen auf dessen selbstgebautem U-Boot „Nautilus“ verschwunden. Madsen präsentierte unterschiedliche Versionen des Geschehens und stritt eine vorsätzliche Gewalttat ab. Unter anderem gab er an, sie sei gestorben, als ihr die Luke des U-Boots auf den Kopf gefallen sei. Ihr später gefundener Schädel wies jedoch keine entsprechenden Verletzungen auf.

          Das Gericht sah es im April hingegen als erwiesen an, dass Madsen Wall sexuell missbrauchte, folterte, auf grausame Weise ermordete, ihre Leiche zerstückelte und im Meer verschwinden ließ. Teile von Walls Leiche wurden später in der Ostsee entdeckt, sie wies Schnitt- und Stichverletzungen auf. Madsen bestreitet, Wall ermordet zu haben, vielmehr sei sie erstickt, lautete seine letzte Version des Hergangs.

          Gerichtsmedizinische Untersuchungen ergaben, dass Wall wahrscheinlich durch Strangulierung oder einen Kehlenschnitt getötet wurde. Eine genaue Feststellung der Todesursache war aufgrund des Zustands von Walls Leiche unmöglich.

          Zeugen, darunter mehrere Ex-Freundinnen, beschrieben den Erfinder als Anhänger brutaler Sado-Maso-Praktiken. Eine in seiner Werkstatt gefundene Computerfestplatte enthielt Fetisch-Videos, die zeigten, wie Frauen gefoltert, geköpft oder lebendig verbrannt werden.

          Wall arbeitete als freie Journalistin und war stets auf der Suche nach ungewöhnlichen Geschichten. Sie hatte vor, eine Reportage über Madsen zu schreiben. Nach ihrem Tod gründeten ihre Familie und Freunde in ihrem Namen die Internationale Stiftung für Frauen in den Medien.

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