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Führung von NYSE und Nasdaq : Die furchtlosen Frauen der Wall Street

Stacey Cunningham, Präsidentin des New York Stock Exchange. Bild: Bloomberg

Die Finanzwelt galt lange als besonders feindseliges Revier für Frauen. Nun führen Stacey Cunningham und Adena Friedman die beiden wichtigsten Börsen der USA. Sie wollen auch andere Frauen nach oben bringen.

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          Das klassizistische Gebäude der New York Stock Ex­change (NYSE) ist ein Wahr­zeichen der US-Metropole und des Kapitalismus. Vor drei Jahren bekam es zusätzlichen Symbolcharakter, als auf seinem Vorplatz eine Bronzestatue installiert wurde. Es ist das „Fearless Girl“, das „furchtlose Mädchen“, das mit entschlossenem Blick und herausfordernder Körperhaltung auf die tempelartige Fassade der Börse starrt. Es soll eine Botschaft an die Unternehmenswelt vermitteln, mehr Frauen für Führungspositionen zu rekrutieren. Im Inneren des Ge­bäudes ist dieser Appell schon angekommen, als die Skulptur noch gar nicht vor der Tür stand.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Denn wenige Monate vorher wurde Stacey Cunningham auf den Spitzenposten der Börse als Präsidentin berufen. Nach 66 Männern seit ihrer Gründung 1792 bekam die NYSE damit erstmals eine Chefin. Und die heute 47 Jahre alte Cunningham ist auch nicht die einzige Frau in der Stadt, die eine der bedeutendsten Börsen der Welt führt. Die weiter nördlich am Times Square beheimatete Nasdaq, an der Aktien von Schwergewichten wie Apple, Microsoft oder Tesla gehandelt werden, hat die fünf Jahre ältere Adena Friedman als Vorstandsvorsitzende. Cunningham und Friedman haben einst als Praktikantinnen bei ihren Börsen angefangen, und beide haben in ihren Karrieren Umwege eingeschlagen, bevor sie es ganz nach oben geschafft haben. Auf ihren heutigen Posten sind sie erbitterte Rivalinnen. Sie haben auch sehr unterschiedliche Vorstellungen da­von, wie sich außerhalb ihrer eigenen Un­­ternehmen am besten Türen für Frauen öffnen lassen.

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