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GPG reicht Insolvenzantrag ein : Neuer Verdacht auf Anlagebetrug

Wieder sollen Anleger geprellt worden sein: Dieses Mal geht es um die Immobiliengesellschaft German Property Group. Bild: dpa

Die Immobiliengesellschaft German Property Group soll Anlegergelder in Höhe von bis zu einer Milliarde Euro eingesammelt haben. Nicht immer wurde damit Grundbesitz erworben.

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          In Deutschland zeichnet sich nach den Insolvenzen des Zahlungsdienstleisters Wirecard und des Container-Vermieters P&R ein neuer Verdachtsfall für Anlagebetrug ab. Die Immobiliengesellschaft German Property Group (GPG) hat vor wenigen Wochen Insolvenzantrag beim Amtsgericht Bremen gestellt. Die Gesellschaft, die sich auf den Erwerb denkmalgeschützter Immobilien, deren Sanierung mit anschließender Veräußerung spezialisiert hat, soll über verschiedene Projektgesellschaften Anlegergeld im Volumen von bis zu 1 Milliarde Euro eingesammelt und zudem Schulden von 500 Millionen Euro aufgebaut haben, berichtete das juristische Fachmagazin „Juve“ unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

          Markus Frühauf

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die GPG, die früher Dolphin Capital hieß, umfasst mehr als 100 Projektgesellschaften, darunter die Dolphin Capital 80. Projekt GmbH & Co. KG. Allein in diese Gesellschaft sollen nach Angaben der Kanzlei Mattil&Kollegen Anlegergelder in einem dreistelligen Million-Euro-Betrag geflossen sein. Offen sei, was damit geschehen sei. Der Kanzlei zufolge sahen sich die Verantwortlichen der GPG auf Nachfrage nunmehr zu dem Eingeständnis veranlasst, dass ein Erwerb von Grundbesitz mit den Anlegergeldern nicht erfolgt sei.

          Insolvenzverwalter Görg verweist auf kritische Presseberichte im Jahr 2019, wonach zahlreiche Entwicklungsprojekte der GPG weit hinter dem Zeitplan gelegen hätten. Die Mittel sollen Görg zufolge offenbar weitgehend private, nicht-institutionelle Investoren, die hauptsächlich aus Großbritannien, Irland und Asien stammten, bereitgestellt haben.

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