Finanzmarkt :
Harte Zeiten ohne sicheren Hafen

Martin Hock
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Was, wenn der Hafen keine sichere Zuflucht mehr ist?
Was, wenn der Hafen keine sichere Zuflucht mehr ist?dpa

Anleger flüchten aus US-Anleihen, suchen neue sichere Häfen. Ein Sturm, ausgerechnet aus den USA, scheint die Weltwirtschaft zu bedrohen. Die Zeiten könnten hart werden.

Jede Ära hat ihre Gewissheiten. Wenn Aktienkurse fallen, kauft man Anleihen. Wenn Unsicherheit herrscht, flüchtet man in den Dollar und in Gold. Nun, an Unsicherheit darüber, wie sich die Wirtschaftsordnung der Welt und ihre konjunkturelle Situation entwickelt, fehlt es derzeit gewiss nicht.

Nur: Es sind just die USA, von denen aus ein Hurrikan zu kommen scheint, der über die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte hinwegfegen könnte. Die Kaimauern des „sicheren Hafens“, der die Vereinigten Staaten etwa seit dem Ersten Weltkrieg waren, die zwischenzeitlich mal mehr und mal weniger stabil schienen, scheinen jetzt mutwillig eingerissen zu werden. Ziel ist es – um im Bild zu bleiben – einen noch schöneren und noch größeren Hafen zu bauen oder wenigstens einen, der so schön ist, wie man glaubt, dass er einmal war.

Setzen die Bulldozer aus dem Oval Office ihr Werk fort, werden Anleger bald ganz schutzlos den Stürmen auf den Kapitalmärkten ausgeliefert sein. Aktuell werden schon die Segel anderswohin gesetzt: in den Gold-Hafen oder auch nach Deutschland – wobei dieser Hafen gegenüber dem riesigen der USA eher wenig Ankerplätze bietet und selbst derzeit auch nicht den allerrobustesten Eindruck macht.

Für Anleger geht es um alles: Wenn sich die Welt von der internationalen Kooperation wirklich verabschiedet, könnten die Zeiten bald so stürmisch werden, wie sie es zwischen den beiden Weltkriegen schon einmal waren.

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