Nachhaltige Finanzen : Grüne Flaute

Das Thema Nachhaltigkeit hat Gegenwind. Dazu tragen Trump, Putin und die EU bei. Doch eine Auszeit wird es für Finanzkonzerne nicht geben. Dafür sorgt das bestehende Regelwerk in Europa.
Nachhaltigkeitsmanager in Banken und in der Industrie stehen derzeit unter Druck. Nachdem ihr Thema zwischen den freitäglichen Klimaprotesten und dem russischen Angriff auf die Ukraine etwa drei Jahre lang Rückenwind hatte, hat sich die Windrichtung gedreht.
Ein US-Präsident, der sich nicht einreden lassen will, dass die messbare Erderwärmung mit der Zunahme des Treibhausgasausstoßes zu tun hat, ist ein wesentlicher Grund dafür. Die Energiekrise durch Putins Angriffskrieg ist eine andere. Und auch der erhebliche Protest gegen aufwendige Berichtspflichten in der Europäischen Union hat dazu beigetragen.
Auch Regeln sind änderbar, das hat sich zuletzt mit den entschärften Auflagen für Nachhaltigkeitsberichte und Lieferkettensorgfaltspflichten gezeigt. Doch bislang gibt es keinen Anlass zu glauben, dass die Europäische Union die einst mit dem Green Deal geschaffene nachhaltigere Finanzarchitektur einreißen will. Diese sieht für Banken und Versicherer eine Rollenerweiterung vor: Künftig müssen sie Klimarisiken in ihren Kreditportfolios managen.
Das bedeutet, ihre Kunden müssen nachweisen, wie sie beabsichtigen, ihren eigenen Einfluss auf die Erderwärmung zu reduzieren. Ein Leitfaden der Europäischen Bankenbehörde EBA zeigt auf, welche Prüfschritte die Institute bis Januar 2026 implementiert haben müssen. Trotz des Gegenwinds für das Thema wird es also keine Auszeit für Finanzkonzerne geben.






