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Deutsche Bank : Hohe Erwartungen an den neuen Chefkontrolleur

Paul Achleitner, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Bank, spricht während der Hauptversammlung der Deutschen Bank im Mai. Für ihn sucht das Kreditinstitut nun einen Nachfolger. Bild: dpa

Der Aktienkurs der Deutschen Bank fällt immer tiefer. Nachfolger des Aufsichtsratschefs Achleitner sollte jemand mit Investmentbanking-Expertise sein. Die Liste der Anforderungen ist lang.

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          Die Aktionäre Qatar und Cerberus drängen in der Deutschen Bank vernehmbar darauf, die Suche nach einem Nachfolger für den viel kritisierten Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner zu beginnen. Achleitner indes will bis Mai 2022 bleiben – so lange ist er gewählt. Und während Aktionäre verbreiten, die Suche nach einem Nachfolger sei eingeleitet, will man in der Deutschen Bank nichts davon wissen. Die Börse aber kennt kein Erbarmen. Am Donnerstag verlor die Deutsche-Bank-Aktie bis zum Handelsschluss weitere 2 Prozent auf 5,88 Euro. Im Tagesverlauf fiel sie sogar bis auf 5,81 Euro und erreichte damit nahezu ihr Rekordtief vom 13. Juni, als sie im Handelsverlauf sogar für einen Moment nur 5,80 Euro wert gewesen war. 5,88 Euro ist aber der tiefste Kurs, den die Deutsche-Bank-Aktie jemals zum Handelsschluss aufwies.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Inken Schönauer

          Redakteurin in der Wirtschaft, verantwortlich für den Finanzmarkt.

          Für die Deutsche Bank und ihren seit dem Jahr 2012 amtierenden Aufsichtsratsvorsitzenden Achleitner kann es nur ein schwacher Trost sein, dass der Kurs der Commerzbank seit der Absage der Fusion der beiden Frankfurter Großbanken Ende April noch stärker gefallen ist und schon seit Tagen ein Rekordtief nach dem nächsten aufstellt. Mit 12,2 Milliarden Euro Börsenwert liegt die Deutsche Bank inzwischen hinter der Erste Bank, dem Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen, das an der Börse derzeit 13 Milliarden Euro auf die Waage bringt. Die größte italienische Bank Unicredit und die größte französische Bank BNP Paribas spielen mit Marktwerten von 20 und 50 Milliarden Euro ohnehin in einer anderen Liga. In einer europäischen Fusion etwa auch mit der Schweizer Großbank UBS (Börsenwert: fast 40 Milliarden Euro) wäre die Deutsche Bank stets der kleinere Partner.

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