Gasversorgung : Für Entwarnung ist es noch zu früh

Als Ratgeber für das persönliche Leben taugt die Beobachtung des aktuellen Gaspreises wohl nicht. Jetzt wieder die Heizung voll aufzudrehen ist nicht der richtige Weg.
Es ist schon bemerkenswert. Da macht sich das halbe Land Sorgen über die Last steigender Gaspreise. Und was macht der Gaspreis? Er fällt und fällt und wird sogar zeitweise negativ. Nur an den Finanzmärkten und nur für bestimmte Lieferzeiten, aber geschenkt: Als Phänomen an den Märkten ist das schon einer Erwähnung wert. Als Ratgeber für das persönliche Leben aber taugt die Beobachtung wohl nicht. Jetzt wieder die Heizung voll aufzudrehen ist wohl nicht der richtige Weg.
Gut möglich, dass die Entspannung beim Gaspreis an den Finanzmärkten irgendwann auch bei den Verbrauchern ankommt. Da spielen langfristige Verträge eine Rolle. Im Moment aber ist Gas für Haushalte in Deutschland ganz schön teuer, die Preise steigen bei vielen Versorgern noch weiter, und was im Winter noch alles kommen mag, weiß niemand so ganz genau. Sich auf eher hohe Energiepreise einzustellen und sparsam mit Energie umzugehen ist daher auf der einen Seite in jedem Fall sinnvoll. Im Privatleben gibt es dafür ebenso Möglichkeiten wie in der Industrie, das ist eine rationale Anpassung.
Auf der anderen Seite kann die jüngste Entwicklung bei der Gasversorgung vielleicht auch ein bisschen dazu mahnen, nicht in Panik zu verfallen. Wir werden im Winter nicht alle erfrieren. Auch wenn es für Entwarnung hinsichtlich der Gasversorgungslage in Deutschland insgesamt nach einigen warmen Herbsttagen sicherlich noch zu früh ist.






