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Erfolgreichster Investor : „Baby Buffett“

So unverfroren wie erfolgreich: Investor Bill Ackman. Bild: Reuters

Bill Ackman heißt der derzeit beste Hedgefondsmanager der Welt. Seine Masche hat er sich von Warren Buffett abgeschaut, seine Unverfrorenheit ist einzigartig.

          4 Min.

          An der Wall Street kursieren viele Geschichten über Bill Ackman, 49, den vielleicht angesagtesten Investor, den die Vereinigten Staaten der Welt derzeit zu bieten haben. Eigentlich geht es darin immer um richtig viel Geld, um Vorstandschefs, die sich ihres Postens nicht mehr sicher sind, um wüste Beschimpfungen und um Aktienkurse, die wild nach oben oder unten ausschlagen. Meistens ist Ackman am Ende dieser Geschichten der große Sieger (sein Vermögen soll laut Schätzungen 2,7 Milliarden Dollar betragen), manchmal ist er auch der Verlierer, aber stets ist eine Sache gesichert: Wenn Ackman dabei ist, wird es nicht langweilig.

          Dennis Kremer
          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dennoch ist es keine Geschichte aus der Welt des Geldes, die den Hedgefondsmanager aus New York am besten charakterisiert. Sondern wer wissen will, was Bill Ackman zur schillernden Figur der Finanzszene macht, sollte erfahren, was im Sommer 2012 passierte.

          Ackman war, so geht die Legende, mit ein paar ziemlich sportlichen Bekannten der amerikanischen Hochfinanz zu einer Fahrradtour verabredet. Standesgemäß hatte man sich eine Fahrt mitten durch die New Yorker Hamptons vorgenommen - jener Gegend, wo Amerikas Superreiche unter sich sind und wo selbstredend auch Bill Ackman ein 22 Millionen Dollar teures Anwesen besitzt. Rund 80 Kilometer wollten sie fahren, eine ordentliche Strecke. Ackman setzte sich sogleich an die Spitze des Feldes, holte alles aus sich heraus - als ginge es um den Sieg bei der Tour de France. Er scherte sich nicht um seine Mitfahrer, brach dann aber irgendwann bei Kilometer 50 katastrophal ein: Dehydriert schleppte er sich mit Ach und Krach nach Hause. „Ich war nicht im Training“, sagt Ackman, wenn ihn Journalisten auf den Vorfall ansprechen. Einer seiner Bekannten dagegen kommentierte das Ganze später so: „Sein Kopf wollte mehr, als sein Körper zu bieten hatte.“

          Keine Rücksicht auf Verluste - das ist das Lebensmotto von Ackman. Und dabei ist es ganz egal, ob es wie beim Fahrradfahren um ihn selbst geht oder wie an den Finanzmärkten um andere. Mit so einer Art macht man sich nicht beliebt, aber das kann Hedgefondsmanagern wie Ackman herzlich egal sein. Denn dass sie im Unterschied zu ganz normalen Aktienmanagern nicht nur auf steigende, sondern auch auf fallende Kurse spekulieren, dass sie mitunter viel Geld für oder gegen ein einzelnes Unternehmen setzen, dient alles nur einem Zweck: Ihr eigenes Geld und das Geld ihrer Anleger zu vervielfachen. Daran ist nichts Verwerfliches, es ist schlicht ihr Job. Ackman hat diese Aufgabe fast immer mit Bravour gelöst. Selbst nach Abzug von Gebühren hat sein Fonds Pershing Square 2014 um 40 Prozent zugelegt und so Amerikas Börsenbarometer S&P 500 klar geschlagen.

          Schöngefärbter Aktivimus

          Zartbesaitete werden es nicht gerne hören, aber: Rücksichtslosigkeit und Aggressivität können eine gute Grundlage für Anlageerfolg sein. Allerdings, das ist der Preis, geht damit in der Regel auch das deutlich höhere Risiko einher, womöglich eine Menge Geld zu verlieren.

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