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Senkung der Dispozinsen : Weniger berappen fürs Überziehen des Kontos

Entlastung für Bankkunden? Wegen der Corona-Krise werden mutmaßlich mehr Menschen in den Dispo rutschen. Bild: dpa

Manche Banken senken wegen der Krise die Dispozinsen für Verbraucher. Könnten die Geldhäuser ein Vorbild für die ganze Branche darstellen?

          3 Min.

          Den Vorreiter hat die Frankfurter Sparkasse gemacht: Das hessische Institut verlangt schon seit dem 1. April nur noch 4,99 Prozent Zinsen, wenn jemand sein Girokonto innerhalb des vereinbarten Rahmens („Dispo“) überzieht. Das ist immerhin mehr als eine Halbierung des Zinssatzes: 10,49 Prozent hatte die Sparkasse vorher verlangt. In gewöhnlichen Zeiten überzögen rund 8 Prozent der Kunden ihr privates Girokonto, berichtet das Institut. In der Krise aber rechnet Vorstandschef Robert Restani mit einer höheren Inanspruchnahme: Je enger es für viele Leute wirtschaftlich werde, desto mehr dürften schließlich in den Dispo rutschen. Für die will die Bank nun zumindest vorübergehend eine gewisse Erleichterung bieten.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Fraspa ist offenbar kein Einzelfall: Auch die Taunus-Sparkasse mit Sitz in Bad Homburg berichtet jetzt, sie habe vor dem Hintergrund der Krise ihre Zinsen auf Dispokredite gesenkt, und zwar von 9,93 Prozent auf nicht einmal mehr 5 Prozent pro Jahr. „Auch für unsere Gewerbekunden sind deren Kreditlinien auf unter 6 Prozent verzinst“, sagte ein Sprecher der Sparkasse: „Das hilft unseren Kunden, finanzielle Engpässe besser durchzustehen.“

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