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Deutliche Kursverluste : Das Digitalgeschäft der Software AG enttäuscht die Anleger

  • Aktualisiert am

Software AG in Darmstadt Bild: EPA

Die Quartalszahlen des M-Dax-Konzerns fallen gemischt aus. Die Datenbanksparte rettet zwar die Jahresprognose, doch der Auftragseingang im Kerngeschäft schwächelt. Die Aktie verliert weit mehr als 10 Prozent im Kurs.

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          Nachlassendes Wachstum im Hauptgeschäft hat die Aktien der Software AG am Dienstag auf Talfahrt geschickt. Die Buchungen der Sparte Digital Business (DB) stiegen im dritten Quartal währungsbereinigt um 6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies erklärte das Unternehmen am späten Montagabend per Pflichtmitteilung. Analysten hatten nach Angaben der Software AG im Durchschnitt allerdings mit einem Plus des Auftragseingangs von 14,7 Prozent auf 95 Millionen Euro gerechnet. Das Neugeschäft sei enttäuschend, zumal die Markterwartung wegen des starken Cloud-Geschäfts beim viel größeren Rivalen SAP hoch gewesen sei, sagte ein Händler.

          Die Aktien des M-Dax-Konzerns Software AG sackten am Dienstag zeitweise um rund 14 Prozent auf einen Kurs von gut 35 Euro ab. Der Index der mittelgroßen deutschen Aktiengesellschaften stieg dagegen leicht auf 34.511 Punkte. Seit Jahresbeginn liegt die Aktie der Software AG allerdings immer noch um rund 8 Prozent im Plus. Der M-Dax hingegen hat sogar um 12 Prozent zugelegt.

          SOFTWARE AG NA O.N.

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          Die Jahresprognose für die DB-Buchungen reduzierte die Software AG auf 13 bis 17 Prozent von zuvor 15 bis 25 Prozent. Die Nachfrage im Digitalgeschäft seit weiterhin stark, hieß es dazu. Vertragsabschlüsse verzögerten sich nur. Der Ausblick für den gesamten Produktumsatz in einer Spanne von null bis 5 Prozent Wachstum in diesem Jahr blieb dennoch unverändert. Denn die Schwäche des Digitalgeschäfts könne durch das Datenbankgeschäft ausgeglichen werden. Die Datenbanksparte Adabas & Natural (A&N) werde sich voraussichtlich „deutlich besser entwickeln als erwartet“, schrieb das Darmstädter Unternehmen. Die Software AG rechne nun mit einem währungsbereinigten Rückgang der Aufträge in dem Geschäftsbereich von 8 bis 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr statt mit einem Minus zwischen 20 und 30 Prozent.

          Das bereinigte Ergebnis (EBITA) soll nun 17 bis 19 Prozent vom Umsatz erreichen. Bisher rechnete die Nummer Zwei in Deutschland hinter SAP mit 16 bis 18 Prozent. Die Analystenschätzung zum Jahresumsatz lag zuletzt bei 833 Millionen Euro. Am Donnerstag veröffentlicht die Software AG die vollständigen Zahlen für das dritte Quartal.

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