https://www.faz.net/-gv6-9hliq

Dividende soll steigen : Credit Suisse plant milliardenschweren Aktienrückkauf

  • Aktualisiert am

Will seine Bank weiter auf Vordermann bringen: Credit Suisse-Vorstandschef Tidjane Thiam Bild: Reuters

Die Credit Suisse will ihre Aktionäre mit einem Aktienrückkauf bei der Stange halten. Gleichzeitig soll die Dividende steigen, auch wenn die Bank in einem wichtigen Bereich Marktanteile verloren hat.

          Nach Abschluss des dreijährigen Konzernumbaus können sich die Aktionäre der Credit Suisse auf höhere Ausschüttungen freuen. Die zweitgrößte Schweizer Bank will im kommenden Jahr eigene Titel im Volumen von 1,0 bis 1,5 Milliarden Franken zurückkaufen, wie Credit Suisse am Mittwoch mitteilte.

          Für 2020 stellte das Institut einen Aktienrückkauf in ähnlichem Umfang in Aussicht. Zudem soll die Dividende ab 2019 jährlich um mindestens fünf Prozent angehoben werden. Mit der Kapitalrückführung wolle der Konzern die Eigner am Erfolg der Restrukturierung teilhaben lassen, sagte Konzernchef Tidjane Thiam.

          Schon bald nach seinem Amtsantritt im Sommer 2015 stieß der Versicherungsmanager eine Neuausrichtung des Instituts an. Er dampfte das riskante Investmentbanking ein und setzte stattdessen stärker auf die stabilere und wachsende Vermögensverwaltung.

          Gleichzeitig drückte er die Kosten um ein Fünftel und sammelte mit zwei Kapitalerhöhungen rund zehn Milliarden Franken an. „Dank der Maßnahmen, die wir während der Restrukturierung umgesetzt haben, ist die Bank heute widerstandsfähiger im Fall von Marktturbulenzen“, erklärte Thiam.

          Sorgenkind ist das Handelsgeschäft

          Die meisten Ziele hat der Ivorer inzwischen erreicht. Sorgenkind ist das Handelsgeschäft, wo die Bank das Ertragsziel im laufenden Jahr verfehlen dürfte. Wie etwa auch die Deutsche Bank hat Analysten zufolge auch die Credit Suisse in den vergangenen Jahren im Aktien- und Anleihenhandel Marktanteile verloren. Zulegen konnten dagegen die großen US-Häuser wie JP Morgan oder Morgan Stanley.

          Nach drei Jahren mit Verlusten dürfte Credit Suisse 2018 dennoch erstmals wieder einen Gewinn einfahren. Für die Zeit danach bekräftigte die Bank weitere Verbesserungen. 2019 peile Credit Suisse einen Eigenkapitalrendite von zehn bis elf Prozent in Aussicht. Dies entspreche einem Gewinn von 4,0 bis 4,4 Milliarden Franken.

          2020 dürfte die Eigenkapitalrendite auf elf bis zwölf Prozent klettern und sich in den folgenden Jahren auf mindestens zwölf Prozent belaufen. Neben einem guten Vermögensverwaltungsgeschäft rechnet die Bank auch dank geringerer Finanzierungs- und Restrukturierungskosten sowie einer sinkenden Steuerlast mit Rückenwind.

          Auch der Rivale UBS hatte zu Jahresbeginn ein rund zwei Milliarden Franken schweres Aktienrückkaufprogramm aufgelegt, das drei Jahre laufen soll.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Finanzminister Olaf Scholz hat sich gegen das von Wirtschaftsminister Peter Altmaier vorgelegte Konzept zur vollständigen Abschaffung des Solis ausgesprochen.

          Finanzminister : Scholz gegen komplette Soli-Abschaffung

          Finanzminister Olaf Scholz kritisiert das von Wirtschaftsminister Altmaier vorgelegte Konzept zur vollständigen Soli-Abschaffung als „Steuersenkung für Millionäre“. Der SPD-Politiker möchte vorerst nur 90 Prozent der Steuerzahler entlasten.
          Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden, warnt die Parteien davor, eine Koalition mit der AfD einzugehen.

          Zentralrat der Juden : „AfD schürt Klima auch gegen Juden“

          Zentralratspräsident Josef Schuster warnt: Die AfD sei enger mit dem Rechtsextremismus verwoben, als sie es nach außen darstellt. Im Vorfeld der Wahlen in Sachsen und Brandenburg hält Schuster einen dringlichen Appell an alle Parteien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.