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Die Börse am Montag : Schlechter Einstand für neuen VW-Chef Blume an der Börse

Ein historisches Wertpapier: Die VW-Aktie Bild: dpa

Die VW-Aktie ist am Montag mit deutlichen Kursverlusten größter Tagesverlierer im Dax. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fällt schwächer aus als erwartet, aber der Dax dreht ins Plus. Der Ausverkauf der Uniper-Aktie geht weiter.

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          Der deutsche Aktienmarkt ist mit leichten Abschlägen in die neue Woche gestartet, drehte dann aber trotz eines schwachen Ifo-Index ins Plus. Der Dax rutschte zunächst unter 13.200 Punkte und stabilisierte sich auf 13.185 Punkten, ein Minus gegenüber dem Freitagsschluss von 0,5 Prozent. Größter Tagesverlierer im Dax war in den ersten Handelsstunden die VW-Vorzugs-Aktie, die in der Spitze um deutliche 5 Prozent auf 128,25 Euro verlor. Damit reagiert die Börse negativ auf den abrupten Chef-Wechsel von Herbert Diess zu Oliver Blume. Einige Händler äußerten sich kritisch zur Ämterhäufung, da Blume auch Porsche-Chef bleibt. An die Dax-Spitze setzte sich zunächst die Aktie von Merck KGaA, die von einer Kaufempfehlung durch die Bank Jefferies profitierte.

          Ifo-Index noch schwächer als erwartet

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Eigentlich keinen Rückenwind erhielt der Aktienmarkt vom Ifo-Index, der am Montagvormittag veröffentlicht wurde. Demnach hat sich die Stimmung unter 9000 befragten deutschen Managern im Juli stärker als erwartet eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel auf 88,6 Zähler von revidiert 92,2 Punkten im Vormonat, Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2020. Zuvor war lediglich ein Rückgang auf  90,2 Punkte erwartet worden. Dennoch drehte der Dax ins Plus und gewinn bis zum Mittag 0,5 Prozent auf 13.316 Punkte.

          UNIPER SE NA O.N.

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          Unterdessen geht der Ausverkauf der Uniper-Aktie weiter. Die Aktien des Gas-Versorgers verloren am Montagmorgen weitere 8 Prozent auf 6,65 Euro, nachdem sie am Freitag um fast 30 Prozent eingebrochen waren. Börsianer begründen den Kursverfall mit der hohen Verwässerung der Anteile der bisherigen Eigner, falls der Bund wie geplant mit rund 15 Milliarden Euro einsteigt.

          Im S-Dax gefiel den Anlegern der jüngste Zukauf der Automobilzulieferers Schaeffler offensichtlich nicht. Die Aktie verlor mehr als Prozent und stand zusammen mit Norma unter den größten Kursverlierern in diesem Index.

          SCHAEFFLER AG INH. VZO

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          In der Schweiz gab die Aktie der Bank Julius Bär leicht um 0,2 Prozent auf 45,60 Franken ab. Die Privatbank verzeichnete einen Gewinnrückgang im ersten Halbjahr 2022 gegenüber der Vorjahresperiode um 26 Prozent und verdiente nur noch 451 Millionen Franken, wie sie am Montagmorgen mitteilte. Bär nutzt den Preiseinbruch von Krypto-Assets und Insolvenzen von Finanzdienstleistern in diesem Geschäft, um die Belegschaft der Schweizer Online-Bank Seba, an der Bär beteiligt ist, von sieben Personen auf rund 20 aufzustocken.

          Auch an den Rohstoffmärkten gab es am Montag einige Bewegung. So herrschen offenbar Zweifel an einer raschen Wiederaufnahme ukrainischer Getreideexporte, was den Weizenpreis treibt. Der amerikanische Terminkontrakt legte am Montag um 4,5 Prozent zu auf 7,935 Dollar je Scheffel Weizen. Ausgelöst hat den Preissprung offensichtlich der russische Angriff auf die Hafenanlagen im ukrainischen Odessa. Überlagert werden diese Lieferschwierigkeiten, die kurzfristig die Preise treiben, von Sorgen über einem mittelfristigen Rückgang der Weltkonjunktur. Aus Furcht vor einer sinkenden Nachfrage nach Rohöl verbilligte sich die Nordseesorte Brent um ein knappes Prozent auf 02,30 Dollar je Barrel.

          Die Ängste vor einer Konjunkturabschwächung bis hin zu einer harten Rezession hielten auch die asiatischen Aktienbörsen am Montag in Atem. In Japan sank der 225 Werte umfassende Nikkei-Aktienindex 0,8 Prozent tiefer auf 27.705 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index gab um 0,7 Prozent und lag bei 1942 Punkten.

          In China lag der Index der Börse in Schanghai 0,2 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Schanghai und Shenzen verlor 0,5 Prozent.

          DOW JONES

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          Am Freitag hatten die amerikanischen Börsen etwas tiefer geschlossen.  Zu Handelsende in New York wurde der Dow Jones mit 31.899,29 Punkten berechnet, 0,43 Prozent niedriger als am Donnerstag. Der breiter gefasste S&P 500 schloss mit rund 3.960 Punkten 0,9 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq Composite mit rund 11.830 Punkten 1,9 Prozent schwächer. Am Mittwoch wird erwartet, dass die amerikanische Notenbank Fed ihren Leitzins abermals anheben wird, um die grassierende Inflation zu bekämpfen

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