Chipmaschinenhersteller ASML :
Chips und Luxus

Klaus Max Smolka
Ein Kommentar von
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Das Wunder von Veldhoven: ASML-Maschine in einem Reinraum
Das Wunder von Veldhoven: ASML-Maschine in einem ReinraumReuters

Der Hunger nach Halbleitern hat den Chipmaschinenproduzenten ASML zum teuersten Unternehmen im Euroraum gemacht. Ganz risikofrei ist das Geschäftsmodell des Unternehmens aber nicht.

Dafür, dass ASML 2024 zum Übergangsjahr erklärt hat, läuft es nicht übel für den niederländischen Hersteller von Chipmaschinen. Nach dem ungeheuren Wachstum der vergangenen Jahre hat der Vorstand ausnahmsweise weitgehend stagnierende Erlöse in Aussicht gestellt. Doch das Erwartungsmanagement war gut genug, dass sich Anleger davon nicht haben abschrecken lassen.

Ernster sind zwei Langfristrisiken: das politische, namentlich die Frage, welche Exportbeschränkungen der Veldhovener Konzern künftig noch aus Den Haag – de facto aus Washington – vorgesetzt bekommt. Und das branchenspezifische, denn der Erfolg hängt extrem an der Technologieführerschaft, die ASML zu verteidigen hat. Punkt eins ist schwierig zu beeinflussen. Zu Punkt zwei haben Investoren offenkundig ausreichend Vertrauen in den Vorstand und die Forschung des Konzerns.

An der Börse ist ASML neuerdings der teuerste Konzern der Eurozone, hat den französischen Luxusgüterkonzern LVMH überholt. Mit 390 Milliarden Euro wird der Hightech-Maschinenbauer nun bewertet. Chips sind das Schlüsselprodukt der sich digitalisierenden Welt und Chipmaschinen von ASML für den Markt jetzt wichtiger als Nobeltaschen, Edelkleider und Champagner. Andererseits: Luxus ist inzwischen auch der ASML-Anteilsschein. Für eine einzige Aktie muss der Anleger inzwischen beinahe 1000 Euro zahlen.

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