https://www.faz.net/-gv6-9xvll

Aktienmarkt : Sanders drückt die Kurse

Bernie Sanders, Präsidentschaftsbewerber und Investorenschreck Bild: AP

Die Aktienmärkte gehen immer auf und ab. Doch derzeit tun sie das im Zeitraffermodus. Am Donnerstagmorgen geht es erst mal wieder abwärts.

          2 Min.

          Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass dies am Aktienmarkt keine normalen Zeiten sind, so hat ihn diese Woche mit Sicherheit erbracht. Der deutsche Aktinmarkt, der am Vortag stark geschwankt hatte, letztlich aber dennoch deutlich im Plus geschlossen hatte, gibt am Donnerstagmorgen wieder ebenso deutlich nach. Der Dax verliert 2,6 Prozent auf 9617 Punkte, der marktbreite F.A.Z.-Index 1,6 Prozent auf 1765 Zähler.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Denn die freundliche Tendenz an der Wall Street, die ihn am Vortag gestützt hatte, hatte sich zum Handelsende in Amerika verflüchtigt. Der S&P-500-Index, der aufgrund der erwarteten Einigung auf ein gigantisches Konjunkturpaket über weite Strecken um 4 Prozent im Plus gelegen hatte, gab gegen Ende stark nach und rettete mit 2476 Zählern nur einen Zugewinn von rund 1 Prozent in den Feierabend.

          Schuld war der demokratische Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur, Bernie Sanders. Dieser hatte über Twitter gedroht, das Hilfspaket zu stoppen, falls nicht weitere Regelungen – etwa zugunsten von Arbeitern – aufgenommen würden. Das nahm die Luft aus dem Optimismus, den die kolportierte Einigung auf ein Konjunkturpaket erzeugt hatte.

          Der Markt hängt an den Lippen der Politik und je nachdem ob dort ein Lächeln oder eine eher sauertöpfische Miene zu sehen ist, bewegt er sich in die eine oder die andere Richtung. Zudem werden immer mehr Zweifel daran laut, ob das Gesundheitssystem der Vereinigten Staaten so gut auf die Krise vorbereitet ist.

          F.A.Z.-Index

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Die Terminkontrakte auf die amerikanischen Aktienindizes zeigen für Wall Street ein Minus von knapp 2 Prozent und sind den ganzen Morgen gefallen. Die asiatischen Märkte, die am Vortag haussiert hatten, verzeichneten in der Nacht wieder Abgaben. In Japan gab der Topix um 1,8 Prozent nach, der Nikkei-Index sogar um 4,5 Prozent auf 18.665 Punkte. Dabei dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass die Olympischen Spiele verschoben wurden und die schon 12 Milliarden Dollar teure Veranstaltung nun noch teurer werden wird.

          Nach dem Absturz des Ifo-Index rechnen Experten in Deutschland am Donnerstag auch mit einem Rückgang des GfK-Index für das Verbrauchervertrauen auf 7,1 Punkte von 9,8 Zählern. Richtig spannend wird es aber erst am Abend, denn dann wird in den Vereinigten Staaten die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe veröffentlicht. Die Prognosen liegen selten weit auseinander: In einer Reuters-Umfrage werden 250.000 bis 4 Millionen genannt.

          Zudem wird der Vorsitzende der Notenbank, Jerome Powell, im Fernsehen auftreten. Powell wird wahrscheinlich auch nach der Realwirtschaft und der offensichtlichen Kluft in der Einschätzung zwischen Gesundheitsämtern und Präsident Trump gefragt werden, wie schnell im Land die Arbeit aufgenommen werden kann.

          Weitere Themen

          Viel Optimismus

          Aktienmärkte : Viel Optimismus

          Die Börsen wollen die Corona-Pandemie unbedingt abschütteln- auch am Montagmorgen wieder. Analysten warnen vor zu viel Optimismus.

          Topmeldungen

          Ein Bild aus besseren Tagen: Olaf Scholz, Christine Lagarde, Paolo Gentiloni und Bruno Le Maire Mitte Februar in Brüssel

          Ideen von Scholz und Le Maire : EU-Kompromiss zu Corona-Hilfen in Sicht

          Die Politik will den schrillen EU-Streit um Maßnahmen in der Coronakrise deeskalieren. Deutschland und Frankreich verständigen sich auf drei Schritte, die Niederlande machen ein Friedensangebot. Umstritten bleiben die Corona-Bonds.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.