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Hohe Bewertung : Kostet Fielmann zu viel, Mann?

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Die Grippewelle verhagelt den Jahresstart: Fielmann mit weniger Absatz. Bild: dpa

Fielmann hat solide Ergebnisse für das erste Quartal vorgelegt. Doch angesichts der hohen Bewertung wachsen die Sorgen und so fällt der Kurs deutlich.

          Nach einem wenig konkreten Ausblick wird die Aktie der Optikerkette Fielmann am Donnerstag mehrheitlich verkauft. Der Kurs fällt aktuell um fast 5 Prozent auf 72,83 Euro, stand mit 71,11 Euro aber auch schon deutlich tiefer.

          Grund ist die hohe Bewertung der Aktie angesichts keines konkreten Ausblicks bei Vorlage der Geschäftszahlen für das erste Quartal.

          FIELMANN

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          Dieses selbst ist zwar gut gelaufen. Der Konzernumsatz stieg gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 8 Prozent auf 341,9 Millionen Euro, der Gewinn um 12 Prozent auf 43 Millionen Euro. Fielmann verkaufte mit 1,95 Millionen Brillen 80.000 Stück mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit hat Fielmann seine Ankündigung eingelöst, den Wachstumskurs der Vorjahre fortzusetzen.

          Die Analysten von Equinet konzedieren dies zwar, die Frage aber sei, wie viel Preisspielraum vor dem Hintergrund steigender Personalkosten sowie günstiger und wachsender Internet-Konkurrenz übrig sei. Zudem erscheint nicht nur Equinet die Bewertung der Aktie sehr hoch. Seit Jahresbeginn ist der Aktienkurs um 22 Prozent gestiegen. „Wir sind unsicher, ob das beim momentanen Geschäftsmodell noch gerechtfertigt ist“, heißt es von Equinet.

          Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) vertritt die Auffassung, dass die Aktie nach guter Kursentwicklung ihr Potential vorerst mehr als ausgereizt habe und hat das Anlageurteil von „Halten" auf „Verkaufen" revidiert. Die Aktie werde mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von weit über 30 für das Jahr 2017 gehandelt, womit sie überdurchschnittlich hoch bewertet sei.

          Dabei wirkt sich auch aus, dass die Prognose für das Betriebsergebnis 2017 von DZ-Bank-Analyst Thomas Maul auf den ersten Blick als enttäuschend bezeichnet wird. Allerdings hat Fielmann per Pressemitteilung keine Prognose veröffentlicht, sondern nur mitgeteilt, dass man weiter wachsen wolle. Dazu will die Optikerkette im laufenden Jahr weitere Niederlassungen eröffnen, vergrößern und in attraktivere Lagen umziehen.

          Fielmann verkauft in Deutschland etwa jede zweite Brille. Hinzu kommen Kontaktlinsen und Hörgeräte. Besonders lukrativ sind für den Konzern Gleitsichtbrillen, die angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung stärker nachgefragt werden. Chancen verspricht sich der Konzern auch bei Sonnenbrillen. Laut Fielmann trägt derzeit weniger als die Hälfte aller Brillenträger eine Sonnenbrille in Sehstärke.

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