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Main-Kinzig-Kreis : Produktion der Wächtersbacher Keramik stillgelegt

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Aus für die bunten Tassen der Wächtersbacher Keramik. Bild: Nedden

Die Produktion der Wächtersbacher Keramik in Brachttal-Schlierbach im Main-Kinzig-Kreis wird eingestellt. Das steht seit Donnerstag endgültig fest.

          Die Produktion der Wächtersbacher Keramik in Brachttal-Schlierbach im Main-Kinzig-Kreis wird eingestellt. Das steht seit Donnerstag endgültig fest. Die rund 70 Mitarbeiter müssen mit sofortiger Wirkung freigestellt werden, wie Franz-Ludwig Danko mitteilte, der vorläufige Insolvenzverwalter des Unternehmens Keramische Fertigungsstätte Brachttal GmbH. Es sei noch nicht einmal möglich, die restlichen Rohwaren, die noch im Betrieb lagerten, zu verarbeiten. Danko wollte nach einigen Angaben 40 der Mitarbeiter noch für einige Wochen weiter beschäftigen, sie sollten das übrige Material verwerten. Der Eigentümer der Fertigungs-GmbH, Turpin Rosenthal, habe einer weiteren Produktion aber nicht zugestimmt. Seine Zustimmung sei notwendig, weil die Markenrechte der Wächtersbacher Keramik vor dem Insolvenzverfahren an Rosenthals Könitz-Gruppe übertragen worden seien.

          Danko ist der Ansicht, dass „mit ein bisschen gutem Willen das Unternehmen durchaus eine Chance gehabt hätte“. Er habe sogar einen Investor gefunden, der bereit gewesen wäre, am Standort Brachttal zu produzieren und dafür Grundstücke und Maschinen zu kaufen. Es gebe auch Interessenten, die mehr als 30.000 Henkelbecher kaufen wollten. Den Verkauf der Firma habe aber die Könitz-Gruppe verhindert, indem sie die weitere Produktion nicht erlaubte.

          Die Wächtersbacher Keramik war 1832 von Graf Adolf zu Ysenburg und Büdingen gegründet worden und war bekannt als Erfinder des Henkelbechers. Rosenthal übernahm vor fünf Jahren das Unternehmen, das sich damals ebenfalls in einem Insolvenzverfahren befand. Die insolvente Gesellschaft Keramische Fertigungsstätte Brachttal ist eine von fünf Firmen, in die das frühere Unternehmen Wächtersbacher Keramik aufgespalten wurde. Die Grundstücksverwaltung, der Vertrieb und der Direktverkauf in Brachttal liegen nach Angaben der Kreisverwaltung bei den anderen Gesellschaften. Wie ein Sprecher des Insolvenzverwalters berichtete, hatte die Könitz-Gruppe in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt alle Werte aus der Fertigungs-GmbH herausgenommen. Dazu zählten besonders die Markenrechte und Patente. Der Fertigungs-GmbH gehörten noch nicht einmal mehr das Betriebsgelände und die Maschinen.

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