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Beratung für Geschiedene :
Was eine Scheidung für das Testament bedeutet

Von
Christian von Oertzen
,
Frank Hannes
Lesezeit:
Was ist bei einem bestehenden Testament nach der Scheidung zu beachten?
Was ist bei einem bestehenden Testament nach der Scheidung zu beachten?dpa

Mit der Scheidung ist eine Ehe beendet. Was aber bedeutet das für bestehende Testamente und gesetzliche Erbrechte? Die dritte Ausgabe von „Testamente und ihre Folgen“.

Eine große Anzahl von Ehen wird heutzutage nicht mehr durch Tod, sondern vor dem Richter geschieden. Sowohl im Scheidungsverfahren als auch nach der Scheidung haben die getrennten oder geschiedenen Eheleute erbrechtlichen Handlungsbedarf. Hat man entschieden, sich zu trennen, sollte man sofort sowohl die vorhandenen Testamente als auch die Bezugsberechtigungen in privaten Lebens- und Rentenversicherungen prüfen. Denn mit Trennung erlischt nicht sofort das gesetzliche Erbrecht oder das Pflichtteilsrecht des Ehepartners. Das Gesetz ordnet an, dass das gesetzliche Erbrecht und damit auch das Pflichtteilsrecht des überlebenden Ehegattens erst erlischt, wenn zur Zeit des Todes des Erblassers die Voraussetzungen für die Scheidung gegeben waren und der Verstorbene die Scheidung beantragt oder ihr zugestimmt hatte. Verstirbt ein Ehepartner im ersten Trennungsjahr und hat nicht gehandelt, ist der andere weiterhin gesetzlicher Erbe, was aber sicherlich nicht mehr gewollt war. Mit der Trennung sollte man deswegen seine testamentarischen Regelungen überprüfen und sich auch fragen, ob der andere noch weiterhin Begünstigter der privaten Kapitallebensversicherung sein soll.

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