FAZ+ (abopflichtiger Inhalt);Kolumne „Kopfsachen“ :
Wie man Borderline-Störungen heilt

Von
Klaus Lieb
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Klaus Lieb ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz.
Klaus Lieb ist Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz.Lucas Bäuml

Die Therapie von Menschen, die an innerer Leere, einem Anderssein und starken Stimmungsschwankungen leiden, hat sich drastisch verändert. Das liegt auch an einer Psychologin, die selbst betroffen war.

Als ich Mitte der Neunzigerjahre meine Facharztweiterbildung begann, fühlten das Behandlungsteam und ich uns sehr hilflos angesichts von Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung. Meine erste Patientin war bereits seit einigen Monaten auf der geschlossenen Station, hatte keinen Lebenswillen mehr und verletzte sich immer wieder selbst, sie schluckte sogar Rasierklingen. Gleichzeitig hatten sie und das Team große Schwierigkeiten, Vertrauen aufzubauen. Das erschwerte die Behandlung, und wir konnten sie nicht auf eine Station mit offenen Türen verlegen, auf der wir sie mit mehr Psychotherapie hätte versorgen können.

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