Glosse : Pilgern auf Rezept

Gegen zu hohe Cholesterinwerte kann man anpilgern, fanden niederländische Forscher heraus. Besonders gesund ist es, das Ziel gemächlich zu erreichen.
Gegen zu hohe Cholesterinwerte anpilgern - darauf ist selbst der TV-Journalist und Gelegenheitspilger Hape Kerkeling bislang nicht gekommen. Der Gedanke ist indes naheliegend. Schließlich predigen die Ärzte beständig, man solle sich viel bewegen, das sei die beste Medizin. Dennoch wird Pilgern von den Krankenkassen bislang nicht bezahlt und von den Ärzten daher auch nicht verschrieben. Die aktuellen Erkenntnisse niederländischer Forscher könnten diese Front nun endlich aufweichen. Wie sie nämlich zeigen, bringen lange Fußmärsche den Wohlstandsbauch zum Schwinden, entfetten das Blut und senken überdies den Blutdruck. Was vielen Bewegungsmuffeln entgegenkommen dürfte: Gemächliches Pilgern ist offenbar deutlich gesünder als zügiges. Das legen zumindest die Beobachtungen des niederländischen Gefäßmediziners Remy Bemelmans von der Universität in Utrecht und seiner Kollegen nahe. In ihrer jüngsten Studie haben die Wissenschaftler 29 Männer und Frauen auf einer 280 Kilometer langen Strecke nach Santiago de Compostela begleitet und die Reisenden alle zwei Tage gründlich untersucht. Am Grab des heiligen Jakob angelangt, konnten sie den Pilgern eine erfreuliche Bilanz präsentieren. Wie sie im British Medical Journal berichten, hatte die Wanderschaft bei der gesamten Gruppe zu einem Rückgang des Risikos für Herzattacken und Hirnschläge geführt.





