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Pflanzliches „Cholesterin“? : Der Kollateralschaden für Vegetarier

  • -Aktualisiert am

Gedeihen für die Pflanzenmargarine: Sonnenblumenö ist reich an Phytosterinen. Bild: dpa

Pflanzliche Fette sind nicht nur harmlos: Wenn die zuständige Pumpe im Körper streikt, schaden sie offenbar fast wie Tierfette den Gefäßen.

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          Vegetarische Kost gilt gemeinhin als gesund, tierische als ungesund. Ganz so schwarzweiß ist das Bild freilich nicht. Denn nicht alle Pflanzenstoffe sind so harmlos, wie ihr Label suggeriert. Wie die Erkenntnisse eines internationalen Forscherteams nahelegen, könnte dies unter anderem für die sogenannten Phytosterine zutreffen. Dabei handelt es sich um nahe Verwandte von Cholesterin, die von denselben Transportproteinen im Darm aufgenommen werden wie das Tierfett.

          In erhöhten Mengen verzehrt, verdrängen sie ihren tierischen Mitstreiter von den gemeinsamen Andockstellen im Verdauungstrakt und können den Cholesterinspiegel im Blut auf die Weise um bis zu zehn Prozent senken. Mit Phytosterinen angereicherte Lebensmittel, etwa Margarine, gelten daher auch als natürliche – und damit implizit gesunde – Cholesterinsenker. Bis heute fehlen allerdings stichhaltige Belege, dass sie der Gesundheit zugutekommen. Zweifel sind allein deshalb angebracht, weil unser Organismus alles unternimmt, um die Pflanzenstoffe wieder loszuwerden. Während er mit der Nahrung zugeführtes Cholesterin nur etwa zur Hälfte verwirft, pumpt er die Phytosterine, die wir in ähnlichen Mengen zu uns nehmen wie das Tierfett, nahezu vollständig aus dem System, und das größtenteils unmittelbar nach der Aufnahme im Darm. Was ihm hier durch die Lappen geht, entsorgt er mehrheitlich über die Galle. Die Konzentration der Pflanzenfette im Blut ist daher auch nur ein Tausendstel so hoch wie jene von Cholesterin.

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