Evolution des Menschen : Immun-Gene von der Pest geprägt
Immun-Gene von der Pest geprägt
Die größte Seuche der Menschheitsgeschichte hat ihre Spuren bis heute hinterlassen, und viele Menschen müssen immer noch dafür bezahlen. Mindestens vier Gene sind bei uns verbreitet, die den Menschen ab Mitte des vierzehnten Jahrhunderts halfen, die Pest zu überleben. Damals sollen fast die Hälfte der Bewohner in Europa und Asien dem Pesterreger Yersinia pestis zum Opfer gefallen sein. Die anderen hatten offenbar einen evolutionären Überlebensvorteil, weil sie in einigen Genen, die die Funktion des Immunsystems beeinflussen, besondere Sequenzen enthielten. Diese Genvarianten haben kanadische Forscher um Jennifer Klunk von der McMaster University in Hamilton bei der Analyse von Knochen aus englischen und dänischen Gräbern ausfindig gemacht. Die 360 untersuchten Menschen wiesen die bisher klarsten Anzeichen einer „positiven Selektion“ auf, wie die Wissenschaftler in „Nature“ schreiben. In den Pest-Überlebendenfamilien war die Zahl der nützlichen Immun-Genvarianten um vierzig Prozent erhöht. Allerdings erhöhen diese Gene bei den Nachfahren bis heute das Risiko, an Autoimmunleiden wie Rheuma oder Morbus Crohn zu erkranken.
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