https://www.faz.net/-gtl-9oqh4

100 Jahre Gelbes Trikot : Gold auf den Schultern bei der Tour

  • -Aktualisiert am

Der Frankfurter: Dietrich Thurau, hier bei der Tour 1977 Bild: Imago

Seit 100 Jahren haben die Träume im Profi-Radsport die Farbe Gelb. Eddy Merckx trug das Heldentrikot, Lance Armstrong das Hemd der Schande. Eine Historie.

          5 Min.

          Eugène Christophe bereitete sich gerade auf den aberwitzigen Ritt von Grenoble über den Col du Galibier bis nach Genf vor. Da stand an jenem Juli-Morgen 1919 plötzlich Henry Desgrange vor ihm. Dieser hatte 16 Jahre zuvor die Tour de France erfunden und führte „sein“ Rennen seitdem autoritär. Der Tour-Direktor drückte dem vor der elften Etappe damals führenden Christophe ein Maillot Jaune in die Hand, weil er zu der Ansicht gelangt war, dass der Spitzenreiter fortan für die Zuschauer gut erkennbar sein sollte. Christophe sträubte sich zunächst gegen das von ihm als grellgelbe Verkleidung empfundene Trikot, aber es war aussichtslos. Was der damals 34-Jährige in seinem zweckmäßigen Überzieher nicht ahnen konnte: Er wurde der erste Träger eines der begehrtesten Kleidungsstücke im Weltsport.

          Kein anderes Hemd hat mehr Bedeutung und Leuchtkraft, bündelt einen solchen Schatz an Geschichte(n) zwischen Legende und Tragödie, Heldenmythos und Doping-Entzauberung. Gelb ist der Stoff, aus dem Radsportträume gemacht sind. Wer in Gelb in Paris einfährt, hat seinen Platz im kollektiven Gedächtnis sicher. Egal, ob er für immer als Held verehrt wird wie Eddy Merckx. Oder ob er als Chef einer Betrugsmaschinerie auffliegt wie Lance Armstrong.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

          FAZ.NET komplett

          : Neu

          F.A.Z. Woche digital

          F.A.Z. digital – Jubiläumsangebot

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+