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Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh’: Für die Athleten zahlt sich der Streit zwischen Adidas und Puma in klingender Münze aus. Bild: Getty

Adidas gegen Puma : Der Krieg der Schuhe eskaliert

In Mexiko bei den Spielen 1968 erreicht der erbitterte Wettstreit der verfeindeten Familien Dassler seinen Höhepunkt. Es ist ein Krimi. Und für die Sportler beginnt der olympische Zahltag.

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          Art Simburg hat sich die Olympischen Spiele anders vorgestellt. „Die Haft war grauenvoll“, wird er später der „New York Post“ erzählen. „Der Häftling in der Nachbarzelle bekam akute Magenkrämpfe. Sie stießen ihn immer wieder in eine Ecke, bis er aufhörte zu schreien.“ Fünf Tage sitzt Simburg in einer Arrestzelle vor den Toren von Mexiko-Stadt, mit einem Typen, der das Reserverad seines Mietwagens zu verkaufen versucht hatte. Mit Jugendlichen, die zur Feier des olympischen Fackellaufs in Veracruz Hippie-Kleidung getragen hatten und auf Verdacht von der Polizei eingesammelt worden waren. „Auf Sportplätzen finden sich keine Hippies, Yippies oder Beatniks“, hatte Avery Brundage, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), vor den Spielen beschieden. Dafür in mexikanischen Gefängnissen.

          Christoph Becker
          Sportredakteur.

          Art Simburg macht sich Sorgen. Er ist wie vom Erdboden verschluckt. Niemand weiß, dass er einsitzt. Nicht mal Wyomia, seine Verlobte. Niemand weiß, dass ihn zwei Zivilpolizisten im Olympischen Dorf eingesammelt haben, mit einer Tasche voller Sportschuhe in der Hand. Er, der mit einem Touristenvisum im Land war, habe Geschäfte gemacht. Simburg hat vom Massaker an den Studenten auf der Plaza de las Tres Culturas ein paar Tage zuvor gehört. Er weiß, dass Menschen in Mexiko verschwinden, von der Straße in Gefängnisse, von der Straße in den Tod. Und er hat keine Ahnung, wann er wieder freikommt. Ob er wieder freikommt. Ob er seine Verlobte im Stadion sehen wird: Wyomia Tyus, die Olympiasiegerin über 100 Meter von Tokio 1964. Aber er hat eine Ahnung, wer dafür gesorgt hat, dass er sitzt. Die Ahnung trägt den Namen Horst Dassler.

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