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Indeed-Marketingchef : „Frankfurt wird noch bedeutender“

Frankfurt-Fan: Für Paul D’Arcy geht der Reiz der Stadt weit über das Fußballstadion hinaus. Bild: Wonge Bergmann

Paul D’Arcy, der Marketingchef der Online-Jobbörse Indeed, spricht im Interview über Alleinstellungsmerkmale der Frankfurter Eintracht, die Kraft des zwölften Manns auf der Tribüne und Werte, die Klub und Sponsor teilen.

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          Warum hat Indeed den Vertrag als Hauptsponsor der Eintracht schon zwölf Monate vor Ablauf um drei Jahre verlängert?

          Es lag uns am Herzen, die Gespräche schnellstmöglich über die Bühne zu bekommen. Und jetzt war der richtige Zeitpunkt, um öffentlich bekanntzugeben, dass wir den erfolgreichen Weg gemeinsam fortsetzen wollen. Die Zusammenarbeit mit der Eintracht seit 2017 hat großartige Resultate gebracht. Wir wollen den Menschen helfen, einen Job zu finden. Und die Eintracht bringt uns dabei weiter. Dank des Sponsorings ist es gelungen, unseren Bekanntheitsgrad in Deutschland enorm zu steigern: Unter den Fußballfans in Deutschland waren wir vor zwei Jahren 14 Prozent der Befragten ein Begriff. Heute sind es 29 Prozent. Auch die Zahl der Fußballfans, die unsere Seite nutzen, hat sich verdoppelt. Neben der geschäftlichen Basis stimmt auch der Background. Es ist sehr angenehm, die Beziehung mit der Eintracht zu leben. Die Energie, die von diesem Klub ausgeht, ist imponierend.

          Ein nordamerikanisches Internetunternehmen auf der einen Seite, ein traditionsreicher deutscher Fußballklub auf der anderen: Prallen da nicht zwei Welten aufeinander?

          Nein, überhaupt nicht. Es passt wunderbar zusammen. Die Eintracht hat eine ruhmreiche Geschichte und besitzt zugleich die Absicht, sich mit voller Kraft den Herausforderungen der digitalen Zukunft zu stellen. Wir haben viele gemeinsame Ansichten und Absichten. Die Mission unseres Unternehmens hat ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten, und mittlerweile legen wir bei unseren Plänen einen Fokus auf Deutschland. Und nur, wenn wir hier bekannt sind, können wir unsere Ziele erreichen. Da gibt es nichts Besseres, als sich mit einem Fußballverein zu verbinden.

          Wo wollen Indeed und die Eintracht hin?

          Wir wollen weiter wachsen. Da geht es um die Verbindung zur deutschen Arbeitswelt. Man braucht nicht nur Leute, die einen Job suchen, sondern auch Unternehmen, die die Angebote dafür bereithalten. Da möchten wir unseren Einfluss vergrößern, und wir sehen, dass unsere Marketingmaßnahmen gerade im Zusammenhang mit der Fußball-Bundesliga zielführend sind. Wir haben unsere Seite vor 13 Jahren in Deutschland gestartet. Inzwischen verdoppeln wir unser Büro in Düsseldorf und haben bald Platz für 420 Angestellte . . .

           . . . das ist die Business-Sicht der Dinge. Wie wichtig ist es für Indeed als international operierendes Unternehmen, dass die Eintracht wieder die Europa-League-Gruppenphase erreicht?

          Das Schöne am Fußball ist doch, dass er absolut unvorhersehbar und ein großes Mysterium ist: Man weiß nie, was kommt. Deswegen haben wir für die Europa League keine Erwartungen formuliert. Aber natürlich würde ich mir wünschen, dass es wieder so klappt wie in der vergangenen Saison mit den vielen Glanzlichtern.

          Verfolgen Sie in Ihrem Büro in Texas den Lauf der Bundesliga-Dinge?

          Permanent! Ich bin ständig am Ball, auch bei Pokalspielen oder in der Europa League. Ich beobachte jedes Match, wenn ich nicht live vor Ort sein kann, auf der App im Liveticker. In Austin gibt es keine größeren Klubs aus der NHL, NBA oder MLB wie in anderen amerikanischen Städten. Soccer steht daher traditionell hoch im Kurs.

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