https://www.faz.net/-gtl-96vct

Das war die Olympia-Nacht : Steinmeier on Ice

  • Aktualisiert am

Gruppenbild mit Bundespräsident: Frank-Welter Steinmeier bei den Eishockeyspielern Bild: dpa

Der Bundespräsident besucht die Eishockey-Nationalmannschaft und die Eiskunstläufer im Training. Der Regisseur der Eröffnungsfeier kritisiert seine eigene Show. Und Laura Dahlmaier startet mit der Startnummer 23. Eine andere Deutsche verzichtet wegen Atemwegsproblemen.

          6 Min.

          Ungewöhnlich deutliche Kritik hat Regisseur Song Seung Hwann an der von ihm geleiteten Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele geübt. Sie sei „vielleicht nicht so besonders oder herausragend gewesen“, sagte er am Samstagmorgen bei einer Pressekonferenz in Pyeongchang. Song verwies dabei auf angeblich vom Organisationskomitee nicht eingehaltene finanzielle Versprechen. Am Anfang habe man ihm einen Betrag von umgerechnet 75 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Dann seien es nur noch 15 bis 22 Millionen „für den kreativen Teil“ gewesen, wie er sagte. Und nur weil sein Etat zum Schluss noch einmal um 7,5 Millionen Euro angehoben wurde, konnte jeder Platz im Stadion mit einem LED-Licht ausgestattet werden. Allein so funktionierten die Lichteffekte, die die prägenden Elemente der Feier waren.

          Die ehemalige Eiskunstläuferin Kim Yuna, die das olympische Feuer entzündete, gestand, dass sie die Choreografie und die Musik „am Anfang nicht so spannend fand“, als sie die Planung für die Eröffnungsfeier vor Monaten zum ersten Mal vorgestellt bekam. Als sie die Fackel aus den Händen von zwei Spielerinnen aus dem gemeinsamen koreanischen Eishockeyteam übernahm und hoch über dem Stadion auf einer kleinen Eisfläche fuhr, war sie „sehr gerührt“.

          Eher zurückhaltend fielen die Kommentare im deutschen Team aus. Biathlet Erik Lesser sagte, die Eröffnungsfeier sei „ganz schön, aber am Ende ein bisschen kalt“ gewesen. Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster meinte: „Es war interessant, anders als 2014. In Sotschi hatte ich das Gefühl, dass sie eine Geschichte erzählen. Koreaner sind Meister der Lichteffekte, ein paar Knalleffekte waren schon dabei.“ Fahnenträger Eric Frenzel war vom Einzug des Teams begeistert. Der Nordische Kombinierer schrieb bei Instagram: „Das waren Minuten der Gänsehaut und Augenblicke, die man sein Leben lang nie vergisst.“

          Nordkoreanische Medien, die selten von Veranstaltungen in Südkorea Notiz nehmen, hatten knapp über die Eröffnungsfeier und das Treffen von Nordkoreas Staatschef Kim Yong Nam und Südkoreas Präsident Moon Jae In berichtet.

          Attacke auf die Server

          Auf die Server der Olympia-Organisatoren ist während der Eröffnungsfeier der Winterspiele ein Hackerangriff verübt worden. Die Cyberattacke habe eine Störung im Hauptpressezentrum verursacht, teilte das Organisationskomitee POCOG mit. „Der Vorfall hat sich nicht auf die Sicherheit der Zuschauer und Athleten ausgewirkt“, sagte OK-Sprecher Sung Baik You am Samstag. Die Organisatoren schalteten nach der Cyberattacke die Server ab, so dass die Website Pyeongchang 2018 von Freitagabend bis 08.00 Uhr Ortszeit (00.00 Uhr MEZ) am Samstag nicht zu erreichen war. Wegen der Sperrung der Internetseite konnten Besucher der Spiele in dieser Zeit ihre reservierten Eintrittskarten nicht ausdrucken. Die Hintergründe der Cyberattacke sind bislang unklar, Experten untersuchen die Ursache. Während der Eröffnungsfeier war zudem im Stadion zeitweise das drahtlose Netzwerk ausgefallen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.