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Wer soll Laura Dahlmeier nur schlagen? In Pyeongchang holt sie ihre zweite Goldmedaille im zweiten Rennen. Bild: dpa

Dahlmeiers zweiter Gold-Coup : „Auf einer Stufe mit Ole: Cool, unglaublich“

  • -Aktualisiert am

Olympia-Gold im Sprint und in der Verfolgung – das gelang vor Laura Dahlmeier nur „Kannibale“ Björndalen. Nach dem Triumph gewährt sie einen ungewohnten Einblick in ihr Inneres – und erzählt von ihrem Leiden.

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          Jeder hat seine eigene Art, seine Gefühle auszudrücken. Laura Dahlmeier etwa tat es mit einer Geste. Als sie den Zielstrich im Alpensia Biathlon Center überquerte, hatte sie beide Hände in Stirnhöhe gehoben. Und diese Geste, mit der sie am Montag natürlich auch ihre zweite Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang zelebrierte, erklärte die 24 Jahre alte Bayerin aus dem Werdenfelser Land später, als sie wieder halbwegs aufgetaut war, vor allem mit ihrer universellen Dankbarkeit: „Ich glaube, wenn bei einem Rennen wirklich alles so zusammenpasst, da ist schon irgendwie eine Unterstützung da, eine positive Energie“, sagte sie. Sie war gar der Ansicht, „dass ich das heute ganz allein nicht geschafft hätte. Es gibt so viele Menschen, die einem die Daumen drücken überall auf der Welt und daheim, die einen unterstützen. Und das war so ein kleines Dankeschön an alle, die mich immer so unterstützen. Ich nehme das schon wahr.“

          Es hat aber auch wieder alles zusammengepasst bei diesem zweiten großen Auftritt in Pyeongchang, den sie mit ihrem zweiten Gold vor der Slowakin Anastasia Kuzmina und Anais Bescond aus Frankreich krönte – ehe Benedikt Doll noch Bronze holte. Bundestrainer Gerald Hönig war wieder einmal restlos begeistert von seiner Besten: „So wie Laura hier Biathlon in Perfektion zeigt, habe ich das lange nicht gesehen: konstant und auf so hohem Level. Sie ist professionell bis in die Haarspitzen. Ich habe selten besseres Biathlon gesehen.“ Sie bewegte sich tatsächlich nahe am perfekten Rennen, mit dem einzigen kleinen Makel, dass sie eine der 20 Scheiben verfehlte, aber bei diesen Umständen, dieser beißenden Kälte und dem heimtückischen Wind ist das geschenkt. Das fand Laura Dahlmeier im Übrigen auch: „Für mich war es perfekt.“

          Es war aber auch ein einsames Rennen für die gejagte Bayerin, weil nur eine ihrer Jägerinnen sie ein einziges Mal in einen Zweikampf verwickeln konnte. Beim dritten Schießen hatte Anastasia Kuzmina ihren Rückstand von 54 Sekunden aus dem Sprint wettgemacht und baute sich zum Duell neben der Deutschen auf. Aber bei ihrer Aufholjagd war sie wohl zu sehr an ihre Reserven gegangen. Zwei Scheiben blieben stehen, während Laura Dahlmeier ganz bei sich blieb und akkurat Schuss für Schuss ins Ziel brachte. Der Weg zum Gold war frei, zumal sie sich auch an der vierten und letzten Station keine Blöße mehr gab.

          Einen unerbittlichen Gegner hatte sie aber doch, der sie auf den zehn Kilometern hartnäckig verfolgte: die Kälte. „Es war ein richtig, richtig hartes Rennen heute, das war unfassbar. Meine Finger sind gerade aufgetaut, das waren schlimmere Schmerzen als bei einem Fight im Rennen, das war abartig.“ Vor allem die Fingerkuppen waren das Problem. Aber irgendwie passt diese Eiseskälte ja perfekt zu ihrer Art, am Schießstand cool bis in die Haarspitzen zu bleiben. Sogar der Stadionsprecher hatte sie zwischendurch als „the Icelady from Germany“ angekündigt. „Ich eine Eisprinzessin? Nein, das ist doch die Kati Witt“, sagte Laura Dahlmeier im Scherz. Aber eiskalt am Schießstand, das sei schon in Ordnung.

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