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Olympia in Rio : Handballer nach Gala gegen Qatar im Halbfinale

Die deutschen Handballer um Uwe Gensheimer kommen der Medaille immer näher. Bild: AP

Die deutschen Handballer sind auf dem Weg zur Olympia-Medaille. Die in aller Welt zusammengekaufte Truppe aus Qatar hat keine Chance gegen das furiose DHB-Team. Doch nun wartet der schwerste Gegner.

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          „Der Kuchen steht auf dem Tisch, jetzt geht es um die Sahne“, hatte Bob Hanning, der Delegationsleiter der deutschen Handballer in Rio, vor Beginn der olympischen K.o.-Runde erklärt. Im Viertelfinale haben sie dem Gegner aus Qatar nicht mal ein paar Krümel übrig gelassen. Der in jeder Hinsicht überlegene Europameister setzte sich gegen die in aller Welt zusammengekaufte Truppe des reichen Emirats, die 2015 im eigenen Land WM-Zweiter wurde, problemlos mit 34:22 Toren durch. „Die Abwehr war überragend, die Torwartleistung super“, sagte Bundestrainer Dagur Sigurdsson. Torwart Andreas Wolff fand, dass im Laufe des Turniers nun wieder „jeder verstanden hat, dass die Abwehr der Schlüssel zum Erfolg ist“.

          Christian Eichler

          Sportkorrespondent in München.

          Als nächstes wartet allerdings der Gegner, der daran gewöhnt ist, den Kuchen bei Olympischen Spielen immer allein zu vertilgen und die Sahne erst recht. Im Halbfinale am Freitag trifft das deutsche Team auf Frankreich. Der vom überragenden Nikola Karabatic angeführte Weltmeister, den Hanning eigentlich erst im Finale treffen wollte, besiegte Gastgeber Brasilien 34:27 und peilt seinen dritten Olympiasieg hintereinander an. Es wäre eine einmalige Leistung im Handball. „Das wird ein Riesenbrett“, sagte Rückraumwerfer Steffen Weinhold über die Schwere der Aufgabe. „Frankreich spielt bisher in einer eigenen Liga“, erklärte Sportchef Hanning. Aber auch das deutsche Team sei nun „zurück in der Weltspitze“.

          Weil die deutsche Abwehr den mächtigen Rückraumwerfer Rafael Capote, einen gebürtigen Kubaner, zunächst nicht in den Griff bekam und weil Qatars Torwart Danijel Saric, aus Bosnien stammend, vier Bälle in Folge hielt, war zu Beginn aus einer raschen 3:1-Führung ein 3:4-Rückstand geworden. Es blieb jedoch der einzige für das deutsche Team. Bis zum 8:8 war das Spiel offen, dann zog Deutschland mit vier Toren in Folge davon und ließ sich nie wieder einholen.

          Das 12:8 besorgte mit seinem ersten Tor der junge Spielmacher Paul Drux, der die übliche Skala der Rückennummern, sonst bis in die Dreißiger gehend, mit einer 95 auf dem Trikot sprengt. Es ist sein Jahrgang, Hinweis auf die verheißungsvolle Entwicklung, die dem bereits sehr starken Junior im deutschen Kader ebenso wie dem Großteil der jungen Mannschaft noch bevorsteht. Sekunden vor der Pause luchste Drux den Qatarern den Ball ab, was zum Halbzeitstand von 16:12 führte.

          Auch nach der Pause blieb es ein temporeiches Spiel fast ohne Zeitstrafen und ohne die hektischen Überzahlphasen mit einem siebten Feldspieler anstelle des Torwarts, die das Regelwerk bei diesem Turnier erstmals erlaubt. Die deutsche Mannschaft hatte das in der Vorrunde mehrfach ausprobiert, mit durchwachsenem Erfolg, und setzte im Viertelfinale dann lieber wieder auf Handball der alten Schule.


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          Gegen Qatar brauchte man keine Experimente. Torwart Andreas Wolff hielt kurz nach der Pause einen Siebenmeter, und zwei schnelle Tore zum 18:12 brachten die Sache außer Reichweite der Legionäre vom Golf, die das erste Turnierspiel überraschend gegen Kroatien gewonnen, dann aber von Frankreich eine 20:35-Abreibung bekommen hatten. Vor anderthalb Jahren bei der WM in Qatar war das deutsche Team noch gegen den fremdverstärkten Gastgeber im Viertelfinale ausgeschieden.

          „Wir waren da noch nicht so weit, gegen Qatar in Qatar zu gewinnen“, sagte Hanning in Rio. Doch auf neutralem Boden sah das nun ganz anders aus. Deutschland hat ein junges Team, das schon Europameister ist und für diesen Erfolg als olympischer Halbfinalist „nun eine Bestätigung“ geliefert hat, wie Sigurdsson sagt. Man dürfe froh sein, „eine Mannschaft zu haben, die so kämpft und zusammenhält“. Aber „erst nach dem Frankreich-Spiel werden wir wissen, wo wir stehen.“

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